Wie man mich (nicht) anflirtet

Ihr habt es ja sicher mitbekommen. Ich musste mal wieder beruflich das Bundesgebiet unsicher machen. Letzten Mittwoch gings also los. Diesmal nach Düsseldorf. Bis Samstag. Bah. Nicht “Bah”, weil Düsseldorf, sondern weil es mir einen Tag meines Wochenendes stahl. Und weil die Samstags-Veranstaltung eh nur Ausrede dafür war, dass man Freitag Abends in Altstadt unsicher machen konnte. Die Zusammensetzung war diesmal recht gemischt. Sonst haben wir eigentlich massiven Herrenüberschuss.


Mittwoch Abend konnte ich mich mit Wellness im Hotel ablenken. Ich hatte auch keine große Lust auf “Feiern” und Saufen am Mittwoch Abend. Jedenfalls nicht mit Kolleginnen und Kollegen.
Donnerstag Abend ging ich dann ins Fitness-Studio mit einer Tageskarte.
Am Freitag konnte ich dann doch nicht noch einmal ablehnen. Und so zog ich mit 3 Frauen und 5 Männern los in die Düsseldorfer Altstadt. Nach einigen Stunden und mehreren Kneipen waren die Herren (und Damen) dann auch schon leicht in Schmusestimmung. Und da wir Herrenüberschuss hatten, musste ich dann irgendwann erst bestimmt “Nein” sagen und dann ein wenig flüchten. Und so stand ich gegen 23:00 Uhr dann alleine am Tresen in einer Kneipe namens Spiegel.
Und da begann dann wirklich ein Drama. Nicht wirklich Drama, aber Situationen, die dazu führten, dass ich mich unwohl fühlte. Ich hatte mich weder aufgebrezelt, noch (meiner Meinung nach) den Eindruck gemacht, dass ich nun heute Abend noch abgeschleppt werden wollte. Gut, einem Flirt bin ja eher selten abgeneigt… wenn er denn gut gemacht hast. Aber nicht so. Oh nein.
Nr 1: Geschätzt Mitte 50 und Typ “Geschäftsmann”. Eigentlich nicht unattraktiv. Gepflegter Bart und nettes Lächeln. Er stellte sich neben mich an die Bar und schaute mich die ganze Zeit von der Seite an. Ja, das merkt man. Selbst in einer vollen Kneipe. Und als ich irgendwann dann endlich den Kopf mal zu ihm herüber drehte, begann er seinen Text: “So allein, schöne Frau ?”
Nr. 2: Ungefähr zehn Minuten nach Nr.1 kam ein (geschätzt) Mitt-Zwanziger auf mich zu. Er bewegte seinen Kopf immer hin und her, als würde er versuchen ihn immer in mein Blickfeld rücken zu wollen. Dazu ein extra-breites Grinsen. “Bitte nicht.”, dachte ich. Aber leider doch. “Heeeeyyyyy, ich bin der Jonas.”, grinste er mich so fröhlich an, dass ich glaubte, dass sein Grinsen festgewachsen wäre.
Nr.3 und Nr.4 kamen gleich zu zweit. Ich sah sie schon von Weitem. Sie gaben sich (sehr unauffällig !) Zeichen in meine Richtung. Dann kamen sie auf mich zu. Nr.3: “Hey, kannst Du einen Streit zwischen mir und meinem Freund schlichten ? Er sagt, dass Rumknutschen kein Fremdgehen ist. Wie siehst Du das ?” Ich hab den Spruch später gegoogelt. Ein “Opener” aus der “Player-Szene”, der zu 100% funktionieren soll. Vielleicht hätte ich ja angebissen, aber es klang so künstlich und auswendig gelernt…
Als Nr. 5 dann irgendwann sich in meine Richtung aufmachte, war es bestimmt schon halb 2. Ich verabschiedete mich schnell von meinen Begleitern und flüchtete (ja, wirklich) schnell aus der Kneipe. Schade, eigentlich, denn die Musik war gut.
Ja, ich habe alleine in einer Bar gestanden.
Ja, das kann Mann als Aufforderung verstehen.
Ich mache keinem Mann, der versucht eine Frau kennenzulernen, einen Vorwurf.
Ja, ich war abweisend.
Ja, vielleicht auch, weil meine Situation nicht so ist, dass ich gerne anbeißen würde.
Und wie auch schon beim Online-Dating bei dem XHamster-Portal sagte ich mir: Du bist verdammt anspruchsvoll.
Und fragte ich mich: Was muss denn ein Mann tun, damit Du ihm zumindest 20 Sekunden Deiner Zeit schenkst ?

Und herausgekommen ist das hier:
Wo spreche ich Dich an ?
Du kannst mich nahezu überall ansprechen. Vielleicht nicht durch die Toilettenwand, oder im Wartezimmer vom Frauenarzt. Aber der Ort ist eigentlich egal.
Auf was muss ich vorher achten ?
Das ist schon schwieriger.
Zuerst einmal: Achte auf meine Stimmung und Verhalten.
Hetze ich an Dir vorbei ? Oder gehe ich zielstrebig und schnell ? Das ist schlecht. Lass es. Ich bin in Eile oder bin mit den Gedanken ganz woanders. Schlendere ich und wirke ich entspannt ? Gut. Ich habe Zeit und Muße.
Trage ich Kopfhörer und wirke “abwesend” ? Das ist eher ein schlechtes Zeichen. Denn bestimmt bin ich genervt, wenn Du mich gerade aus meiner Playlist holst.
Schaue ich intensiv auf mein Handy und tippe schnell ? Das ist auch eher ein schlechtes Zeichen. Denn bestimmt bin ich genervt, wenn Du mich beim Texten oder Twittern störst.
Trage ich Kopfhörer und schaue gelangweilt in der Gegend herum ? Nicht ideal, aber Du könntest es versuchen.
Schaue ich allgemein gelangweilt in der Gegend herum ? Zum Beispiel beim Warten auf die Bahn. Gut. Mir ist langweilig.
Ein wenig Einfühlungsvermögen hilft da ungemein.
Und wenn Du / wir nicht alleine sind ?
Schwer so zu sagen.
Bin ich in Herrenbegleitung, dann lass es. Da kannst Du nur verlieren. Ist er mein Partner, werde ich Dich abweisen. Egal, wie nett oder heiß Du bist. Ist er es nicht, werde ich Dich trotzdem abweisen, um ihm kein “falsches” Bild von mir zu zeigen.
Bin ich in Begleitung einer Frau, dann solltest Du einen besseren Zeitpunkt abwarten. Ich will vor einer Freundin (oder sogar Kollegin) vielleicht nicht einen falschen Eindruck machen und einen schlechten Ruf bekommen.
Bin ich mit einer ganzen Mädelstruppe unterwegs, dann warte, bis Du mich alleine erwischt. Aber renne nicht sofort los, wenn ich mich mal aus der Traube löse. Das merke ich. Ja, wirklich. Und renn mir nicht zum Klo nach.
Sind wir von vielen Leuten umgeben, zum Beispiel im Bus, dann sei vorsichtig und charmant. Bring mich nicht in eine unangenehme Situation. Gut ist, wenn Du für alle anderen den Anschein erweckst, dass wir uns schon ewig kennen.

Und in der Bar, wie von Dir beschrieben ? Wie mache ich das da ?
Da kann ich Dir keinen richtigen Rat geben. Wenn Du siehst, dass ich mehrere Männer abblitzen lasse, dann kann das bedeuten, dass ich allgemein kein Interesse habe. Es kann aber auch bedeuten, dass der Richtige noch nicht dabei war. Insgesamt ist es aber schlecht, wenn ich mehreren Interessierten einen Korb gebe. Denn irgendwann bin ich genervt.
Und noch eine Sache: Tingel nicht von Frau zu Frau und versuche Dein Glück. Das sehe ich. Und wenn Du irgendwo abblitzt und dann zu mir kommst, dann fühle ich mich wie “zweite Wahl”.
Wie spreche ich Dich an ?
Vergiss die auswendig gelernten Anmach-Sprüche. Ich merke es, wenn Du ehrlich bist, und auch wenn Du nur etwas nachplapperst. Das Beste, was Du sagen kannst, ist “Hi.”. Zusammen mit einem charmanten und ehrlichen Lächeln.
Mal angenommen, dass wir für ein paar Sekunden reden. Was mache ich danach ?
Das ist superschwer zu beantworten. Sei interessant. Ich will kein Geprotze hören. Dein Auto und Dein Job interessieren mich nicht. Noch nicht. Du willst in mein Höschen. Das weiß ich. Vielleicht willst Du auch was anderes. Aber zuerst einmal willst Du Sex mit mir. Deshalb hast Du mich angesprochen. Zeig mir, dass Du das willst. Ja, richtig gehört. Nicht lügen, nicht verschleiern. Du darfst ein Mann sein. Aber sei nicht plump. Verpack Dich als Geschenk, dass ich unbedingt aufmachen will. Sei sexuell aber nicht aufdringlich. Zeig Dich als interessanten Menschen, der meine Zeit wert ist. Zeig mir, dass Du mit Frauen umgehen kannst. Fordere mich heraus. Rede mit mir. Sei interessant. Habe ehrliches Interesse an dem, was ich zu sagen habe. Widersprich mir. Habe Ecken und Kanten. Ich will keinen Frauenversteher. Dafür habe ich Freundinnen.
Und ich werde Dich herausfordern. Dir widersprechen. Auch mal gemein sein. Warum ich das mache ? Ehrlich gesagt: Das kann ich nicht so genau sagen. Ich schubse Dich öfter mal weg. Vielleicht möchte ich herausfinden, ob Du der Mann bist, der Du vorgibst zu sein.
Und hier wird es für Dich wirklich schwer. Einerseits musst Du gut auf mein Gezicke reagieren, andererseits musst Du wissen, wann wirklich der Ofen aus ist.
Gilt das für alle Frauen ?
Keine Ahnung. Probiere es aus. Mir hat noch keine Frau ihren “Leitfaden fürs erfolgreiche Flirten mit mir” in die Hand gedrückt.
Was haben denn die von Dir beschriebenen Typen falsch gemacht ?
Nr. 1 hat gleich mehrere Dinge “falsch” gemacht. Er hat eine Situation versucht künstlich herbei zu führen. Er hat mich nicht direkt angesprochen, sondern damit gewartet, bis ich in seine Richtung gucke. Ja, klingt jetzt blöd, aber die Natürlichkeit fehlte. Hinstellen, Augenkontakt, Ansprechen. So kam es mir vor. Als würde er ein bekanntes (bewährtes ?) Programm abspulen. Und wenn ich mich nicht “ausgehfein” mache, dann fühle ich mich auch nicht “schön”. Wenn mich dann jemand “schöne Frau” nennt, dann passt das für mich nicht. Wenn ich im Schlabberlook ungekämmt auf dem Sofa sitze, dann sagt ja auch keiner “sexy”. Ja, ich bin da penibel. Ich habe dann nicht das Gefühl, dass er wirklich mich meint, sondern nur einen Spruch (den er für alle benutzt) loslässt. Und der Spruch war auch wirklich angestaubt.
Nr. 2 hat … wie sage ich das am Besten ? … eine falsche Energie gehabt. Wenn ich ruhig an der Bar stehe, dann kann Gezappel mich mitreissen, ja. Aber es kann auch einfach sein, dass ich nur die Augen verdrehe und denke: “Bitte nicht.”. Hat Dich schon mal ein Jungesellinnen-Abschied zu Quatsch animiert ? Und gab es auch schon Situationen, wo Du den Quatsch einfach abgelehnt hast ? Und das, obwohl es ja fast dieselbe Situation war ? Dann hast Du ungefähr eine Vorstellung, warum es in dieser Situation das Zweite bei mir war.
Nr. 3 und Nr.4 waren weder authentisch, noch hatte ich das Gefühl, dass es bei der Sache um mich ging. Ja, sie wollten schon etwas von mir. Ist mir klar. Aber eine Aufreiss-Routine erkenne ich 20 Meter gegen den Wind. Und wie der Name “Routine” schon sagt, ist das nichts, was mich direkt anspricht, sondern für Viele gemacht ist.
Du liest immer noch ? Entweder ist es interessant, was ich schreibe, oder Du hofft noch auf einen pikanten Erlebnis-Bericht nach der Bar. Nun, in letzteren Fall, muss ich Dich leider enttäuschen. Vielleicht liest Du noch, weil Du mehr über mich (und wie ich so ticke) erfahren willst. Vielleicht nimmst Du ja auch etwas mit und versuchst das hier gelesene bei anderen Frauen. Ich wünsche Dir da viel Glück. Und ich hoffe, dass andere Frauen ähnlich ticken, wie ich. Und dass Du nicht abgewiesen wirst. Aber lass mich Dir sagen: Wenn Du authentisch bist und bei ihr im Hier und Jetzt (und nicht schon bei der Nächsten, die Du ansprechen willst) bist, dann schenkt sie Dir zumindest ein ehrliches Lächeln. Ich würde es tun. Denn ich liebe Aufmerksamkeit und Interesse. Ich liebe Gefühle. Intensive Gefühle. Deshalb schaue ich die Herz-Schmerz-Filme, die Du nicht ausstehen kannst. Nimm ihre Gefühle mit auf eine Reise. Sei interessant und interessiert. Sei sexuell. Sprich über Deine Erfahrung, aber protze nicht ! Zieh sie ran, schubs sie weg. Lass sie immer im Unklaren, woran sie bei Dir bin. Zeig ihr Ecken und Kanten, und lass es zur Reibung kommen.
Dann, ja dann, kann es mehr als ein Lächeln werden. Könnte es jedenfalls bei mir.
Und ich würde gerne die Meinung von Euch erfahren. Speziell auch der Leserinnen. Ist das bei Euch auch so ? Oder ganz anders ?

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
Dieser Beitrag wurde unter Annas Welt, Tipps für Männer abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

38 Antworten zu Wie man mich (nicht) anflirtet

  1. amandalears schreibt:

    Na ja.. es ist das Problem dass auf beiden Seiten meist hochgradig hilflos rumagiert wird, und das hat tiefere Gründe die Zum Beispiel in der Angst des Mannes vor der sexuellen Macht der Frau begründet sind, umgekehrt genauso. Frauen spielen zu oft scheues reh Männer sind so auf Notstand das die von der einen zur anderen usw. weil ja das Angebot so knapp ist. Sex ist halt immer noch was böses für viele. Von daher eine krux für kompetente (willige) Frauen gestandene kompetente Männer zu finden die Hirn und Herz zusammen bringen.

    Gefällt 4 Personen

  2. Pendolino70 schreibt:

    Damit willst du also sagen, dass Frauen ganz normale Menschen wie der Der und der Andere sind? 😱
    Schöner Beitrag.

    Gefällt 2 Personen

  3. paulkaufmann schreibt:

    Das ist ein wunderbarer Blogbeitrag von Dir. Das interessiert mich sehr. Ich habe vier, nein fünf Jahre lang mich sehr damit beschäftigt, beobachtet und sehr viele darüber befragt, was da passiert beim Flirten und Annähern. Ich behaupte auch fast alles erhältliche auf dem Markt gelesen zu haben und der Markt dafür ist sehr groß. Ich habe nur zwei nährreiche Bücher dazu gefunden, der Rest ist lau.
    Was Du da skizzierst sind in der Tat die üblichen Probleme. Die Gründe hast du auch angerissen, wenn es auch noch ein paar mehr gibt, das grundliegend unterschiedliche Wahrnehmungssystem von Männer und Frauen zum Beispiel und dass Männer nicht das Testen der Frauen verstehen. Frauen testen ohne unterlass und Männer ordnen das falsch ein. Zudem gibt es auch noch verschiedene Flirttypen, die miteinander kaum kompatibel sind bzw. sich fürchterlich missverstehen. Die werden nie zueinander finden. Das ist ein Riesenthema, ein ganzes Universum ist das. Wäre ich Anthropologe, ich würde nicht nach Afrika oder Papua Neuguinea fahren, Düsseldorf reicht vollkommen aus. Obwohl, in Papua soll das Bier besser sein.
    Bei deiner Beobachtung darfst du nicht vergessen, dass du ein erhebliches Kaliber bist. Erstens bist du ungeheuer attraktiv und zweitens sexuell ziemlich bewusst, das sortiert ganz viele denkbare Aspiranten von vorneherein aus. Die fangen gar nicht an. Deine Sicht ist also wahrscheinlich etwas verzerrt.
    Übrigens wollen Männer meistens gar keine Sex. Sie wollen etwas ganz anderes. Auch das ist ein Missverständnis, was vieles erklärt.
    Deine Empfehlungen sind super. Da triffst du voll den Kern. Ich fürchte nur, es gibt da zwei Probleme: Erstens können Männer das nicht und zweitens halten sie sich dran, sind sie nicht mehr echt. Aber schöner wäre es schon. Und vielversprechender auch.
    Wenn Du noch einmal mit so einer Statistenmeute in Düsseldorf bist gibt bescheid, dann fachsimpeln wir mal. Das meine ich ernst, das wird spannend. Bleibt auch absolut flirtfrei, denn ich flirte nie.

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    • rotesuende schreibt:

      Da flattert mir doch kurz vo 10 so ein Kommentar ins Haus. Nein, keine Beschwerde.
      Du hast sicher recht. Ich kenne nur meinen Teil des Ganzen. Nur mein Universum. Und vielleicht kleine Ausschnitte der Universen, an denen ich durch Erzählungen teilhaben durfte.
      Und ich kenne auch nur mich und meine Reaktionen.
      Es stimmt sicher, dass Männer meine „Tests“ oft weder verstehen, noch richtig damit umgehen können. Und es stimmt sicher auch, dass ich einen bestimmten Typ Mann anziehe. (Und das schöne Kompliment über mein „Kailber“ habe ich gern zur Kenntnis genommen, Herr Ich-Flirte-Nie)
      Wo ich nicht mit Dir übereinstimme: Männer wollen meist keinen Sex. Was wollen sie denn dann ? Versteh mich nicht falsch, aber mein ganzes Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass Männer (zuerst) immer an Sex denken.
      Was ich schade fände: Männer können „meine Empfehlungen“ nicht befolgen. Ich glaube, ich verstehe, was Du sagen willst. Ein Mann, der sich daran hält, wäre nicht mehr authentisch und würde sich damit zwangsläufig auch nicht daran halten. Paradox ? Wahrscheinlich.
      Ich hege die Hoffnung, dass eine weibliche Einsicht vielleicht andere Gedankengänge aufzeigt und Verhaltensmuster verändert. Wenn ich als Mann weiß, wie die Anna (und vielleicht andere Frauen auch) tickt, dann kann ich vielleicht mein Verhalten überdenken / ändern.
      Wenn ich mal wieder in Düdorf bin (und es passt), kann ich mich ja mal melden. Zum fachsimpeln. 🙂
      Und zum Schluß: Großartiger Kommentar. Lob und Kritik. Ranziehen und wegschubsen. Erfahrung ohne zu protzen. Witzig und charmant. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass Du eindeutig flirtest 🙂

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      • Pendolino70 schreibt:

        Zum Thema verzerrte Wahrnehmung könnte man ergänzen, dass sich auf den Blogs auch schon eine Auswahl von Leuten findet, die gar nicht repräsentativ sind. Weder auf der Ersteller- noch auf der Leserseite. Ich frage mich oft weshalb diese Person so interessant ist und merke gar nicht, dass ich sie nur deswegen lese und dabei dutzende Andere ignoriere.

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      • rotesuende schreibt:

        Bei mir kommentieren gar nicht genug Menschen, so dass ich dutzende davon ignorieren könnte. ☺️ Aber ich verstehe, was Du sagen möchtest.

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      • Pendolino70 schreibt:

        Wer nichts kommentiert ist mit dem Geschriebenen meist zufrieden.

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      • rotesuende schreibt:

        Aber Du weißt ja: Der Koch freut sich über ein ehrliches „Lecker“.

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      • paulkaufmann schreibt:

        Ach wie herrlich! Wozu soll ich denn noch duschen, oder in die Sauna gehen? Ich lese ab jetzt einfach noch einmal Deine Antwort oben hier und schon ist mir wieder wohl. Dankeschön.
        Tja, mit dem „Männer wollen alle Sex (oder auch nicht), das ist etwas kompliziert. Im Kern wollen alle Menschen das Gleiche, immer: Selbstbestätigung. Sex ist exzellente Selbstbestätigung, wäre exzellente Selbstbestätigung, aber sex ist gefährlich, weil er sehr erhöhen, aber auch erniedrigen kann. Nirgendwo kann man sich fieser nachhaltiger blamieren als beim Sex oder bei dem Weg dorthin.
        Wahrscheinlich stimmt es, dass die meisten Männer zuerst an Sex denken, dann mit dem Denken das aber eine andere Richtung nimmt. Sie haben anderes entwickelt um Selbstbestätigung zu bekommen: Macht zum Beispiel. Nach meiner Beobachtung – und das ist meine persönliche Perspektive ohne Anspruch auf Korrektheit – ist nur ein kleiner Teil der Männer überhaupt in der Lage offen sexuell zu agieren oder das voranzutreiben. Die meisten gehen einen Umweg. Sie suchen Bestätigung durch landen bei der Frau. Das reicht ihnen aus. So umgehen sie den gefährlichen Sex und sie müssen sich nicht zeigen. Gerne auch durch Verzicht ab einem gewissen Punkt (Masochismus), sie drehen bei oder ab oder zerstören unbewusst wenn es konkret wird. Sehr viele Männer haben überhaupt keinen Kontakt zu dem was sie wollen, oder sie haben die Art Kontakt zu einem sexuellen Wunsch der auf ein Trophenrammeln hinausläuft. Es gibt noch andere Varianten.
        Ich vermute allerdings auch, wie oben angerissen, dass es bei dir persönlich einen erheblichen Filter gibt. Ich kenne dich nicht, habe aber so eine Ahnung, dass du Dich nicht wie ein Mauerblümchen verhältst und in beige bis mausgrau am Rande der Tanzfläche stehst. Stimmt nur ein Drittel von dem wie und was du schreibst, so tropfst du nur so vor Sexualität. Das ist schön, aber das macht Männern Angst. Da werden nur die starken übrig bleiben die, die sexuell agieren können, oder die die Sexuelles als Machtmittel benutzen. Das sind die mit den Routinen zum beispiel. Die sind ja nicht an dir interessiert, sie wollen nur, dass funktioniert was sie tun und benutzen die Frau. Das ist nicht abfällig gemeint, kann man ja nutzen und mitnehmen als Frau wenn es passt.
        Die anderen, die die das nicht können oder nicht benutzen, werden gar nicht bei dir vorstellig, die werfen nicht einmal einen Blick in deine Richtung. Du bist die rote Sünde, hey, vergiss das nicht, da traut sich nicht jeder sich zu blamieren. (Wie schwer es wiegt für Männer sich zu blamieren wird total unterschätzt – das bewegt die ganze Welt).
        Es gibt auch noch einen Altersfilter, das Verhalten ist altersabhängig. Wenn ich mit meinem Krückstock schwer gebeugt über die mir vertrauten Tanztees schlurfe, sieht das ganz anders aus, als wenn du junger Hüpfer voller Energie und Pracht dich an der pulsierenden Bar umsiehst. Die jungen sind ja hormonell sehr drängend aufgestellt, während die älteren Männer wissen wollen was noch geht. Ich verweise da auf den fünfzigjährigen von dir oben. Beides Zielgruppen, die sich an dich wenden werden.
        Es ist ein endloses Thema. Total komplex, total schön. Sehr spannend. Kann man hier gar nicht darstellen.

        Und natürlich hast du Recht damit, dass das Aufzeigen von alternativen Verhalten Sinn macht. Es besteht Hoffnung. Die Männer wissen es nämlich tatsächlich nicht, sie wissen nichts von dem was du da schreibst. Da liegen strukturelle Fehler vor, sie gehen von dem falschen aus. Auch ein riesen Thema.
        Was ich und vielleicht auch du sagen wollte ist: Um das anzuwenden müsste man das als Mann verstehen und aufnehmen, annehmen und dann etwas draus machen, das eigene draus machen, dann wäre es nämlich echt was sie dann tun und dann funktioniert es auch.
        All diese Flirtratgeber funktionieren aus einem ganz bestimmten Grund nicht: Es sind nur Methoden. Die können hilfreich sein, aber wenn das Selbstbild nicht zur Methode passt, funktioniert es nicht und beim Selbstbild der Männer hängt einiges schief.

        Ich finde schön, dass du das machst. Sehr gut. Zeig es ihnen, denn auch wird unterschätzt wie sehr Männer dem glauben, was schöne Frauen sagen. Besonders bei den Roten.

        Natürlich flirte ich nicht hier mit dir! Wo denkst du hin? Ich unterhalte mich hier sehr angenehm und schlau mit einer schlauen Raubkatze über unser Raubkatzendasein. Ganz harmlos also. Ich bin mir sicher, du bist genauso harmlos wie ich.

        Gefällt 5 Personen

      • amandalears schreibt:

        Bestimmt, sehr harmlos. Kann ich bestätigen. Darf ich zur Raubtierfütterung dazukommen? 🦁

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      • rotesuende schreibt:

        Sicher. Du hast auch interessante Blickwinkel.

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      • rotesuende schreibt:

        Wenn ich das richtig verstehe, dann gibt es innerhalb einer männlichen Gesellschaft eine Art „Druck“, der Männer dazu veranlasst, die eigene Sexualität klein zu halten. Aus Angst, dass sie abgewiesen werden ?
        Also lieber Friendzone anstatt Risiko und abgewiesen werden ?
        Interessant. Ich lasse das mal wirken.

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      • paulkaufmann schreibt:

        Raubkatzen fressen sich gegenseitig nicht, eher das Gegenteil. Drei, jetzt sind es drei.

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      • amandalears schreibt:

        Das weiß ich, dass sie sich nicht fressen, aber ein Intellekt will wohl genährt sein – das sieht man ja hier… das Mahl ist also angerichtet. Freu. ✨

        Gefällt 2 Personen

      • paulkaufmann schreibt:

        Nein, also so würde ich das nicht formulieren. Dass die Männer so eine Angst vor der Blamage/Zurückweisung haben liegt wohl in ihrer persönlichen Entwicklungsgeschichte begründet. Der Schiss ist riesengroß, riesen-riesengroß und das erzeugt auch dieses rumgestammel beim Flirt.

        Flirt ist ein Spiel mit dem geht das, geht das nicht, will sie/er, will sie nicht. Dafür muss der Mann (die Frau auch darum geht es aber jetzt nicht), erst einmal wissen was sie überhaupt will und vor allem: muss sich zeigen, zumindest ein wenig. Und genau das ist der kritische Punkt.

        Das Ganze ist ja aufgehängt in einen gesellschaftlichen und entwicklungsgeschichtlichen Rahmen. Der ist riesengroß und sehr sehr stark. Sex ist böse, auch deshalb dürfen/sollen Frauen nicht sexuell sein. Das zieht nach sich, dass Männer das auch nicht sein dürfen, weil Frauen schlichtweg nicht zur Verfügung stehen. Die Möglichkeiten zur sexuellen Entfaltung des Mannes sind total eingeschränkt (die der Frauen natürlich auch).
        Das führt dazu, dass sie den Kontakt verlieren zu dem was sie wollen, können und sind.

        Das ist jetzt natürlich etwas theoretisch. Man kann das alles nicht so gut erkennen, da man selbst ja in diese Sozialisation eingebettet ist. Man ist sozusagen betriebsblind. Wenn man irgendwann einmal da raus tritt und versteht, wie das eigentlich alles so funktioniert beim Sex und beim Menschen und was daraus gemacht wird, ist das völlig logisch und stringent.

        Ich überlege die ganze Zeit, denn ich habe ja auch Geschichten über das Werbungsverhalten geschrieben, ich überlege die ganze Zeit welche passt. Vielleicht die hier, die sich mit den verschiedenen Werbungstypen des Mannes befasst:

        https://ludersindmirwillkommen.wordpress.com/2017/10/05/pfaue-und-so/

        Vielleicht gefällt es ja.

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      • rotesuende schreibt:

        Ja, ich hab es gelesen. Und viele Verhaltensweisen wieder erkannt.
        Ich habe da einen anderen Kontext vor Augen gehabt.
        Ich habe mal irgendwann gelesen, dass Männer von „niederem Status“ (oder wie ich sagen würde: schlechtem Selbstwertgefühl) sich nicht an Frauen heranwagen, da sie eine Statusverschlechterung befürchten. Und dass Männer sogar in Kriege ziehen / gezogen sind, um ihren Status so zu erhöhen, dass Ihnen eine Frau „gebührt“.
        Ob das alles so richtig ist… Keine Ahnung. Ich hatte Deine Aussage vor diesem Hintergund einsortiert. Aber ich habe jetzt verstanden, dass es Dir um etwas anderes ging.

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      • paulkaufmann schreibt:

        Hehe, so ein Mist, Du hast uns Männer durchschaut. 😉 Geh ruhig einmal davon aus, dass viele Männer in den Krieg ziehen würden, um die Gunst einer Frau zu erlangen. Für Dich auch Rotesünde, gerade und besonders flammend für so flammende wie Dich. Ich auch, würde ich auch, also in so einen kleinen Krieg ziehen für Dich, in einen ganz ganz kleinen Krieg zumindest, den ich dann nur so leicht, aber gut sichtbar angekratzt überlebe um… Lohnt sich bestimmt.

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  4. trigon4711 schreibt:

    Ich kann dazu nur sagen, jedes weibliche Wesen tickt anders. Manche springen tatsächlich auf Sprüche an, die schon mein OPA sagte, andere wollen, wie von meinen Vorrednern (Vorschreibern) genannt, Ereativität. Einfach ist es für uns Dreibeiner deshalb noch lange nicht, deswegen Danke Anna, so erfahren wir auch mal wie sich eine Frau (vielleicht nicht repräsentativ) dabei fühlt.

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  5. trigon4711 schreibt:

    Ereativität=Kreativität

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  6. waldstern schreibt:

    Der Umgang mit dem anderen Geschlecht ist nicht einfach. Ich bin dem damals ausgewichen. Da ich es mir leisten konnte, die einschlägigen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Ich möchte keine vermissen. Sie waren alle großartig. Allerdings, eine normale Frau hat keine Chance, an die Fähigkeiten und Kenntnisse einer Venus-Priesterin heranzureichen. Das Eheerlebnis wird daher insofern eher etwas enttäuschend. Ferner ist den Umgang mit der eigenen Subjektivität und Vulnerabilität zu lernen, eine Grundvoraussetzung für das Werden eines Mannes. Daher sagt gegenwärtig mein Lehrer, gehe auf Milongas und fordere Frauen auf. Lerne mit verschiedenen Frauen zu tanzen. Es kommt halt immer wieder durch. Es rächt sich, seinerzeits nicht die einschlägigen entsprechenden Erfahrungen gemacht zu haben.

    Gefällt mir

  7. mrfreeze01 schreibt:

    Sehr interessanter Beitrag von Dir. Ich glaube allerdings auch nicht wirklich, dass Mann mit „Flirttipps“ so richtig weiterkommt. Aber was den möglichen „Umgang“ mit Dir angeht, werde ich mir das natürlich zu Herzen nehmen 😉

    Ich möchte noch einen Aspekt zu der Situation in die Runde werfen: Es gibt viele Männer, die ständig „jagen“. Eine attraktive Frau alleine an einer Bar, ist für diese Männer (leider) eine Art Aufforderung dazu, es zu versuchen. Weil Männer folgendes glauben: Wenn eine Frau spät abends alleine unterwegs ist, sucht sie Sex, denn was sonst sollte sie dort alleine wollen. Also sprechen dich in dem Moment alle „Jäger“ an, die dich wahrnehmen. Die wirklich „interessanten“ Männer tun das eher nicht. Die kommen nicht einfach zu Dir und sprechen Dich an. Das würden sie nur dann tun, wenn du mit Ihnen schon Augenkontakt aufgenommen hast und es zu so etwas kam, wie ein gegenseitiges „Du interessierst mich-Lächeln“. Das hast du aber an dem Abend keinem Mann geschenkt. Und ich glaube, du weisst sehr gut, was ich meine.

    (Stoßgebet: Lass sie mir dieses Lächeln schenken, wenn ich ihr jemals begegnen sollte)

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    • waldstern schreibt:

      Cabeceo und Mirada

      So nennt man das beim Tango. Für einen gestandenen Argentinier ist eine Zurückweisung eine sehr starke Demütigung, für deren Überwindung er gegebenenfalls psychotherapeutische Hilfe bedarf. Daher läuft das so ab. Er schaut sie an, sie schaut zurück und lächelt (Mirada). Dann erfolgt ein gemeinsames Kopfnicken (Cabeco). Dann trifft man sich auf der Tanzfläche.

      Das Ganze passiert von den anderen völlig unbemerkt. Es ist für also beide gesichtswahrend. Wie auf ein Wunder stehen auf einmal zwei Leute mitten auf der Tanzfläche und fangen an, miteinander zu tanzen. Magic.

      Beispiel:

      oder wenn Hagrid es kann, dann solltest du das auch hinbekommen:

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      • rotesuende schreibt:

        Traumhaft. Wirklich. Ein ganz tolles Ritual bei dem keiner das Gesicht verlieren kann.

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      • waldstern schreibt:

        ja, aber es wird in Deutschland eher diskutiert, anstatt praktiziert. In berlin findet es beispielsweise der Cabeceo so gut wie nicht statt. dabei ist er so wunderschön subtil und die Frau kann sich da rauswinden, ohne den anderen zu verletzen, ohne ihm „Nein“ sagen zu müssen. Denn ein „Nein“ ist halt und bleibt halt furchtbar.

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      • waldstern schreibt:

        Das war ja der falsche Link, hier kommt also noch Hagrid:

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    • rotesuende schreibt:

      Das habe ich ganz vergessen. Ja, das „hey, jag mich doch mal“ ist natürlich auch ein wichtiger Punkt.

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  8. DrSchwein schreibt:

    Ich flirte einfach gar nicht mehr. So muss ich mir auch keine Gedanken über Folgeschäden machen.

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  9. transomat schreibt:

    Ich habe mit Ehrlichkeit und Offenheit sehr gute/schöne Erfahrungen gemacht.
    ist der Augenkontakt erst einmal hergestellt, klare Ansage.
    Sie sehen wirklich bezaubernd aus junge Frau, ich würde sehr gerne mit Ihnen schlafen.

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