Twitter – RfH

Immer mal wieder tauchen merkwürdige Replies auf. Manchmal schlüpfrig, manchmal ärgerlich, und manchmal möchte ich mir die Augen auskratzen und die Wunden mit einem Gemisch aus Chili und Benzin ausbrennen. Hier sind sie:

Die Notgeilen

-“Ich mag Glühwein.”

-„Ich hab was viel Heißeres für Dich hier *zwinkizwonki* *leck-smiley*“

Ich kann mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie Twitter für die männliche Zunft ist. Überall (vermeintlich) schöne und junge Frauen, die (auch) viel über Sex schreiben.

Und vielleicht auch sexuell interessant sind. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es schwer ist, mit einer Frau auf Twitter in Kontakt zu treten.

Aber !

Replies, die aus dem Kontext schlüpfrig sind, lasse ich kaum jemandem durchgehen. Und schon gar nicht, wenn man vorher kaum (oder gar nicht) im Kontakt war.

Ich empfehle da immer den “Knast-Test”. (Überleg Dir, ob Du das im Männerknast hören möchtest !)

(Danke an @IdaFunkhouser und @frauesceha für *zwinkizwonki*)

 

Die Unverständlichen

Eine Reply, die ich beim besten Willen nicht verstehen kann und die mich irgendwie mit dem Gefühl zurücklässt, dass ich jemanden auf die Füße getreten bin. Ich kann Euch doch nicht in den Kopf gucken ! Ein wenig mehr Mühe hier bitte. Danke.

 

Die Aus-dem-Kontext-Brabbeler

Schreibe ich etwas über Teilchenphysik und deren elementare Auswirkung auf die Grundlage des Seins (wie ja jeden Tag *haha*), dann ist “Moin! Gut geschlafen ?” irgendwie komisch und merkwürdig unpassend. Natürlich mag ich es, wenn man mir einen “guten Morgen” wünscht. Aber das kann man sicherlich aus anders machen.

 

Die Zoffer unter fremden Tweets

Tweet, Reply von A, Reply von B auf A. Zoff. Und ich bekomme alles mit. Will ich nicht. Habt Ihr Beef, dann haut Euch gerne die Köppe ein. Aber nicht unter meinen Tweets. Ich musste jetzt schon mehrfach darum bitten, dass man sich nicht unter meinen Tweets disst. Ich meine: Was soll denn das ?

 

Die Bierernsten

Jedes Thema, selbst Katzenkinder, kann man Scheiße finden. (Katzenhaarallergie ?! )

Ja, okay. Aber muss ich denn dann immer meinen Senf dazu geben ? Einfach drüberscrollen ist immer eine Option.

 

Die Moralischen

Ähnlich wie die Bierernsten, aber immer mit der Moralkeule bewaffnet.

Schreibe ich “Die Sterne sind schön.” kommen diese Gesellen mit “Hast Du mal an Blinde gedacht, Du unsensible Kuh ??”. Natürlich bedenke ich immer, was meine Tweets bei jedem einzelnen Menschen auf der Welt auslösen können. Nicht !
Die Radikalen

Wie die “Moralischen”, aber noch eine Schippe Selbstherrlichkeit und einen “Auftrag” bewaffnet. Da wird eine Grundregel des Buddhismus über den Wert allen Lebens schnell mal als “eigene Whiteness feiern” und “Hate gegen PoC” ausgelegt. Die Radikalen treten meist in Gruppen auf, die Dich dann gemeinsam durch ihre inzestuöse Meinungsblase ziehen. Braucht kein Mensch. Leben und Leben lassen.

 

Ich bin auf Twitter (oder hier im Blog) niemanden etwas schuldig. Und mein Block-Finger sitzt inzwischen auch viel lockerer. Auch aufgrund von #rfh der obigen Varianten. Und glaubt nicht, dass Ihr mich kennt, nur weil Ihr mich lest. Die, die mich (ein wenig besser) kennen, kann ich an einer Hand abzählen.

 

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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4 Antworten zu Twitter – RfH

  1. transomat schreibt:

    “Hast Du mal an Blinde gedacht, Du wunderbare Frau“ Ich liebe deinen Stil Anna 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. keloph schreibt:

    simple, schlicht, aber treffend und berechtigt. nutz das instrument.

    Gefällt 1 Person

  3. 64er schreibt:

    So ein „älterer grau melierter Herr“ wie ich, ist in einer Zeit aufgewachsen in der man sich Meinungen nur in’s Gesicht sagen konnte. Das hat sicher dazu geführt, dass viele der von Dir genannten Auswüchse nicht dort ankamen wohin die etwas Eigenartigen diese am liebsten addressiert hätten. Allerdings ist damals dissen halt nur „hintenrum“ gegangen, das in entsprechenden Kreisen allerdings exzessiv. Die vorherrschende gesellschaftliche Meinung war ja auch noch sehr viel konservativer.
    Jetzt haben in der Anonymität diese „Kuriosen“ viel mehr Möglichkeiten.
    Auch wenn ich immer noch nicht so richtig kapiert habe wie ich Twitter für mich nutze, so ist mir eines klar. Für die Freiheit des Denkens und für die Demokratiesierung hat dieses Medium einen hohen Anteil. Die Nutzer müssen jetzt allerdings Wege finden, wie der Meinungsmißbrauch der jüngeren Zeit bekämpft werden kann.

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