Twitter – was, wenn die Anonymität online verloren geht

Mein persönlicher Albtraum. Sollte irgendwo ein Bild von mir auftauchen oder mein richtiger Name, dann würde ich sofort alles löschen. Ohne Ausnahme.

Ich bewundere ja jeden/jede, der/die sich online zeigen. Gut, die meisten, die das tun, sind ja auch wirklich verdammt gutaussehend. Aber es ist trotzdem mutig, sich in einer “Scheinwelt” in echt zu präsentieren. Die Kehrseite sind dann wohl solche Aktionen, wie ich sie Ende 2018 miterleben musste. Ein Mädel auf Twitter wurde von mehreren Accounts (derselben Person) mit Hass und Hetze überzogen. Ein Aufruf “die Schlampe zu verprügeln”. Widerlich. Ekelhaft.

Jede/r, der/die sich zeigt, offenbart etwas. Nämlich sich selbst. Aus welchem Grund auch immer. Ich werte nicht. Steht mir auch nicht zu.

Und jetzt stellt Euch vor, dass Euer echter Name auftaucht. Weil ein paar Gestalten nicht mögen, was Ihr sagt oder schreibt. Widerliche kleine Parasiten, die die Online-Welt anhand kleinster Informationen / Bildausschnitte von Euch durchsuchen und Euch dann vielleicht mit Eurem privaten FB-Account in Verbindung bringen können. Oder Einträgen in Firmennetzwerken. Oder auf Fotos von Freizeitaktivitäten. Dann tauchen auf einmal Fotos von Euch (und Euren Lieben) und Eure echten Namen auf. Während sich Eure “Peiniger” hinter Hochglanz-Fotos von Models verstecken und sich diebisch freuen, dass sie Euch nun “zur Strecke” gebracht haben. Hässliche Menschen sind sie. Innerlich so hässlich, dass es schon stinkt. Für eine kleine Genugtuung nehmen sie in Kauf, dass Ihr beruflich und persönlich massive Probleme bekommen könntet. Masturbierend sitzen Sie dann vor Ihrem “Erfolg” bis ihre Unterschichten-Sendung auf RTL2 anfängt. So stelle ich mir diese empathielosen Drecksäcke vor. Feige und aus dem Hinterhalt.

Ich sags mal so: Sollte mich jemand identifizieren und mit meinem Twitter-Account oder diesem Blog in Verbindung bringen, dann wäre ich gesellschaftlich wohl erledigt. Deshalb bin ich so vorsichtig. Deshalb gibt es keine Bilder von meinem Gesicht. Und wenn jemand eins bekommt, dann ist das der größte Vertrauensbeweis, den ich geben kann. Und in der Hoffnung, dass es sofort wieder gelöscht wird.

Wo war ich ? Ach ja. Schleimige kleine Widerlinge. Ich frage mich immer, was jemanden dazu bewegt, so etwas zu tun. Und wieviel Zeit hat diese Person eigentlich ? Gibt es denn in deren Leben nichts, was sie davon abhält, sich wie der letzte Abschaum zu verhalten ? Haben diese Menschen ein so uninteressantes Leben, dass nur etwas Hass und Hetze ihr Leben bereichern ? Hat deren Mami denen denn gar nichts beigebracht ?

Ja, ich mag auch einige nicht. Und ? Die mich vielleicht auch nicht. Block. Fertig. Wann kommt denn da der kranke Gedanke: “Och, jetzt suche ich mal tagelang im Internet und stelle alles online, was ich finde” ? Und warum ?

 

Mein Appell: Tut es nicht. Leider liest mich die Zielgruppe, die ich erreichen möchte, hier wohl nicht.

Aber auch an Euch andere habe ich die Bitte: Schaut nicht weg. Wenn das passiert und Ihr es merkt, dann meldet es. Bei der Plattform. Bei den Betroffenen.

Seid solidarisch. Seid mutig. Seid laut. Zeigt Courage.

Das nächste Mal seid vielleicht Ihr selbst dran.

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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7 Antworten zu Twitter – was, wenn die Anonymität online verloren geht

  1. transomat schreibt:

    Am meisten Angst macht mir dabei das die Idioten auch noch alle wählen dürfen.

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  2. tom174 schreibt:

    Hm. Ich lese für mich ja heraus, dass du mich mit hoher Wahrscheinlichkeit (auf twitter) „wirklich verdammt gutaussehend “ findest \o/
    Aber.. mich mit Realnamen und echtem Bild zu zeigen ist auch deutlich einfacher für mich. Ich gebe lang nicht soviel Intimes preis wie du. Ist manchmal etwas schade.. aber nunja.. hat andere Vorteile.
    Die Datenhacks.. immer scheisse. Und echte Anonymität gibt es im Internet kaum. Du kannst davon ausgehen, dass sowohl Google als auch Facebook wissen, wer die Anna in echt ist. Ein gewisses Risiko hat es immer, aber ich glaube, es ist überschaubar. Wir sind nicht wichtig genug, als dass sich der Aufwand wirklich lohnen würde…

    Gefällt 1 Person

    • rotesuende schreibt:

      Natürlich bist Du „verdammt gutaussehend“. Was für eine Frage.

      Was die „Datenhacks“ angeht: Ja, ich bin dafür zu unwichtig. Es sei denn, dass ich einem Einzelnen mit viel zuviel Zeit und einer Menge Frust und/oder Hass ans Bein pinkele. Das ist das, wofür ich mich fürchte. Wovor sich jede/r fürchten sollte, der/die auch nur ein wenig Anonymität für wichtig erachtet (aus welchem Grund auch immer).

      Gefällt mir

      • tom174 schreibt:

        Berechtigt. Aber wenn es um Einzeltäter geht, dann kann man mit Vorsichtsmaßnahmen wie sicheren Passworten, strikter Trennung vonanonymen und nichtanonymen Maillaccounts usw. doch schon einigermassen sicher sein. Die meisten „hacks“ kommen von unsicheren Passworten oder Dummheiten…

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  3. keloph schreibt:

    Gut gebrüllt Löwin. Ich stimme dir komplett zu. Es gibt aber keine Sicherheit. Deswegen verzichte ich komplett auf jegliche Form von Post, die mir jemand um den Hals als Schlinge legen könnte. Was mich manchmal ärgert. Aber es ist eben so.

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  4. 64er schreibt:

    Ich bin auch nicht mit meinem mir mal von Eltern angeheftetem Namen im Netz unterwegs, bzw. nur sehr dosiert. Allerdings gibt es Gesichtsbilder in meinem Profil der Ri-Ra-Rammelseite.
    Als ich die Bilder einstellte, hab ich das sehr bewusst gemacht.
    Sollte mich jemand damit versuchen zu erpressen, dann läuft er (oder sie) ins Leere. Ich werde nicht verleugnen, dass ich sexuelle Bedürfnisse habe und Sex in meinem Leben vorkommt.
    Ganz ehrlich, es ist mir scheißegal ob das durch die Gegend posaunt wird. Wenn mich deshalb einer rausschmeisen will, mach ich halt meine Würstchenbude am Rhein auf. Wenn meine Blogs und mein Joyprofil in der Firma oder sonst wo breit getreten wird, dann werd ich da offensiv reagieren. Ja das bin ich, ja ich bin ein Mensch mit Bedürfnissen, Fantasien und Emotionen. Nein, ich bin nicht ansteckend krank und keiner fällt jetzt wegen mir tot um.
    Liebe Anna, ich verstehe, dass Du versuchst Dein virtuelles und Dein reales Leben voneinander abzuschirmen, allerdings solltest Du Dir eine echte Strategie überlegen wie Du im Falle der „Entlarvung“ reagieren willst.
    Löschen ist keine Option. Das Netz vergisst Dich nicht und es ist relativ einfach selbst an vermeintlich gelöschte Inhalte wieder ran zu kommen.
    Denk mal darüber nach, wie Du Deinen wichtigsten Menschen begegnen willst, wenn passiert, was Du vermeiden willst.

    Gefällt 2 Personen

    • rotesuende schreibt:

      Die wichtigsten Menschen in meinem Leben kennen mich. Und zwar alle Seiten. Es sind die Pflichtbekanntschaften und Personen, von denen ich beruflich abhängig bin, die mir Sorgen machen würden.
      Und vorgesorgt habe ich auch.
      Trotzdem halte ich den Appell für richtig und wichtig. Denn ich bin ja nicht alleine in der Situation, dass die Online-Welt mein echtes Leben beeinträchtigen kann.

      Gefällt 1 Person

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