Herzloses Papier – Ein bedeutsamer (?) Traum

Ein wirrer Traum der gestrigen Nacht. Wer nicht unbedingt Einsicht in mein wirres Seelenleben möchte, sollte hier aufhören zu lesen.

 

Ich sitze auf dem Boden des Eingangs ein Mehrfamilienhauses. Eine alte Holztreppe führt nach oben. Es ist hell und freundlich um mich herum. Zu meiner Rechten stehen eine schwere Holzkiste und ein Fotokopierer.

Die Kiste ist alt, groß und verschlissen. Sie erinnert an eine alte Piratentruhe. Verschlossen ist sie mit einem kompliziert wirkenden uralten Schloss.

Der Fotokopierer ist nagelneu und wirkt sehr sehr teuer. Warum ich hier bin? Ich weiß es nicht genau. Ich folgte einem Aufruf. Eine Möglichkeit eine Kopie eines Textes zu erhalten. Auf “herzlosem Papier”. Der Begriff dreht sich in meinem Kopf.

Ich weiß genau, von wem dieser Text ist. Aber ich kann mich nicht erinnern. Ich versuche das Schloss zu öffnen. Es verlangt drei Zahlen. Ich versuche “714”. Das Schloss öffnet sich nicht. Es verlangt eine weitere Zahl. Urplötzlich sieht es auch ganz anders aus. Es hat sich komplett verwandelt. Ich drehe das Rädchen auf “0”. Das Schloss schnappt auf und gibt den Blick auf etwas frei, das wie ein primitives Buch aussieht. In Leder gebunden. Die Einbände sind alt und verschlissen und mit einer Art Kalligrafie versehen. Zusammengebunden wird die ganze Kladde nur mit einem Schnürsenkel. Ich entnehme das Buch und öffne es. Papier fällt mit entgegen. Mehrere Seiten. Wie Pergament. Vergilbt. Es fehlen Ecken. Vollgeschrieben. Kreuz und quer. Wie eine uralte Mindmap aus Kalligrafie. Ich lege die erste Seite auf den Kopierer. Er verlangt kein Geld für seine Dienste. Nur meinen Fingerabdruck. Die Kopie, die ich mache, zeigt das Original nur in Teilen. Als ob ich nur die Hälfte kopiert hätte. Große Teile der Kopie sind einfach nur weiß.

Ich knie wieder neben der Truhe.

Eine junge Frau kommt die Treppe herab und will an mir vorbei gehen. Ich sehe sie. Sie sieht mich. Es ist, als würde sich ein Schleier lüften. Sie schaut zu mir herab. Sie ist sportlich gekleidet. Ihr Gesicht ist ungeschminkt und wird von wildem schwarzen Haar umrahmt, das so schwarz ist, dass es das Licht einzusaugen scheint. Ihr Gesicht ist lang und sieht ein wenig angestrengt aus. Sie ist keine klassische Schönheit und doch mit das Schönste, was ich je gesehenen habe. An einer Leine führt sie einen kleinen Hund, der ebenso schwarz ist, wie ihr Haar. Sie will etwas sagen, aber der Hund zieht sie hinaus.

Keine Sekunde später steht sie trotzdem wieder vor mir. Ich erhebe mich und plötzlich ist sie gar nicht mehr so groß. Wir sind ungefähr gleich groß.

Sie lächelt. Ich lächele.

Wir umarmen uns kurz, bevor sie sich den Staub von den Schuhen klopft.

Dann wache ich auf.

 

Ich schreibe sofort alles auf und versuche zu verstehen.

Und das ist bis jetzt dabei herausgekommen:

 

Herzloses Papier.

Es ist ein Mittelding aus zwei Personen, die mein Verstand wohl vereint hat.

 

Die Kombination “714” und “0”.

Nun, die ist mir komischerweise vollkommen klar. Es hat mit der Frau zu tun.

 

Das Buch.

Symbolisiert es Wissen ? Anteil ? Kunst ? Ich weiß es nicht.

 

Alt. Leder. Kalligrafie.

Ist dies die Sehnsucht nach etwas Echtem? Eine ursprüngliche Haptik, die ich vermisse ?

 

Die Kopie.

Ich denke, dass die Kopie zum Teil ungefüllt ist, um zu zeigen, dass ich niemandes Wissen oder Erfahrung einfach auf mich anwenden soll. Es sind Teile frei, um sie selbst zu füllen.

 

Der Kopierer.

Er verlangt kein Geld, sondern etwas Persönliches. Ein Zeichen, dass ich mich öffnen sollte ? Etwas von mir preisgeben sollte ?

 

Die Frau.

Ich kenne sie. Und auch nicht. Mir ist absolut klar, was oder wen sie repräsentiert.

 

Die unterschiedlichen Größen.

Sie war zuerst viel größer. Ein Zeichen, dass alle Idole und vermissten Personen  doch auch “nur” Menschen sind ?

 

Die Umarmung.

Sehnsucht nach Anerkennung ? Freundschaft ? Zuneigung ? Jedenfalls viel Sympathie für die Frau(en)-Figuren, die ich umarme.

 

Dieser Traum war sehr sehr intensiv. Und beschäftigt mich seit Stunden….

Vielleicht deute ich ihn auch ganz falsch. Vielleicht hat er keine Bedeutung.

Aber, er fühlt sich bedeutsam an.

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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