In Dessous seiner Schwester

Hier gibt es etwas Neues in meinem Blog.

Ich veröffentliche einen Gastbeitrag.

Besser: Eine Gast-Geschichte.

Mir hat sie extrem gut gefallen und ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung geben würde.

Autorin: Clody ( @fuereucheinfach auf Twitter )

Kann man auch folgen, ne ?

Los geht’s !

In Dessous seiner Schwester
Aurora

„Was für eine verfluchte Scheiße!“ Bibbernd stieg ich aus dem Auto und hielt mein Handy in die Luft, in der Hoffnung, besseren Empfang zu bekommen. Aber Fehlanzeige. „Das darf doch alles nicht wahr sein!“ Es war spät am Abend und niemand würde mich hören können, also schrie ich meine Wut dankend in die schwarze Nacht. Sauer stapfte ich um mein Auto herum, ein Stückchen die schmale Straße entlang und wieder zurück, den Blick stets auf das helle Display gerichtet. Aber es tat sich nichts. Hier draußen mitten in der Pampa könnte ich keinen Pannendienst anrufen, soviel war klar. Ich seufzte und sah mich um. Was hatte ich mir dabei gedacht, hier lang zu fahren? Die Straße war auf dem Navi nicht angezeigt gewesen, dafür aber auf dem Straßenplan. „Scheiße“ fluchte ich und trat gegen den kaputten Reifen meines schwarzen Audi. Dicke Schneeflocken erschwerten meine Sicht und ich setzte mich wieder hinters Lenkrad. Auch wenn es im Auto fast genauso kalt war, wie draußen, so schütze es mich doch vor dem beißenden Wind. Gut, so ein Schneesturm im Winter in den Schweizer Alpen ist nichts ungewöhnliches, aber warum gerade jetzt?! Ich drehte den Zündschlüssel. Einmal, zweimal, dreimal. Nichts. „Verdammte scheiße“, schrie ich wieder und trommelte auf das Lenkrad ein. Warum musste ich gerade heute meinen Freund dabei erwischen, wie er sich stöhnend in meiner besten Freundin ergoss! Dann säße ich jetzt gemütlich vor dem Kamin mit ihm und unseren Freunden in dieser gemütlichen Blockhütte hoch oben in den Bergen anstatt mir hier den Arsch abzufrieren. Ich rieb meine Hände und versuchte sie mit meinem warmen Atem aufzuwärmen. Laut Straßenkarte war diese Straße der schnellste Weg hinunter ins Dorf. Wie bescheuert konnte man eigentlich sein? Ich hätte auf mein Navi vertrauen sollen. Im Rückspiegel sah ich plötzlich 2 Scheinwerfer aufleuchten. Blitzschnell stieg ich aus dem Auto, um mich bemerkbar zu machen. Neben mir hielt ein Rolls-Royce Cullinan und ich seufzte. Genau auf diesen scheiß Luxuskarren war mein Freund scharf und sparte jeden Cent dafür. Ex-Freund. Die Scheibe wurde herabgelassen und zwei stahlblaue Augen musterten mich. „Kann ich Sie mitnehmen?“ Die Augen gehörten einem Typ, der mich freundlich anlächelte. „Können Sie mich mit ins Dorf nehmen? Mein Wagen springt nicht mehr an und ein Reifen ist hin.“ Er schüttelte aber nur den Kopf. Warum fragt er dann? „Tut mir leid, aber die Straßen sind unpassierbar. Kein Empfang?“ Ich nickte und wurde dabei immer wütender. Ging es noch schlimmer? „Aber ich kann Sie ein Stück mitnehmen zu meinem Haus, dort haben Sie Empfang und können telefonieren.“ Ich schluckte. War das sein Ernst? „Nein danke. Da laufe ich lieber“, antworte ich ihm sauer und drehte mich um. Ne ist klar. Ich steige ins Auto, zu einem Fremden, mitten in der Pampa. Der hat sie doch nicht mehr alle! „Dann lassen Sie sich aber nicht von den Wölfen fressen“, lachte er mir nach und ich drehte mich abrupt um. „Verarschst du mich gerade?“ Er hob eine Augenbraue und grinste. „Hör zu, das war wirklich ein ernst gemeintes Angebot. Du brauchst zu Fuß Stunden ins Dorf bei dem Wetter. Es ist Nacht, es ist kalt und ein Schneesturm tobt. Es wird dir niemand unterwegs begegnen. Selbst ich bin nur unterwegs, weil ich ein paar Meter die Straße rauf wohne.“ Hatte ich eine Wahl? Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum und wog das Für und Wider ab. Was hatte ich schon zu verlieren. Wahrscheinlich würde ich eher tot sein, als im Dorf unten ankommen. Da erschien es wirklich sinnvoll, sein Angebot anzunehmen. Welches Risiko war also das Kleinere? Ich starrte auf meine Füße und kopfschüttelnd kannte ich die Antwort. Ruckartig öffnete ich also die Beifahrertür seines SUV und stieg ein. „Danke“, murmelte ich und genoss die Wärme seines Autos. „Gern geschehen“, sagte er lächelnd und richtete seinen Blick nach vorn. „Verraten Sie mir, was Sie auf meiner Straße eigentlich zu suchen hatten?“ Mit offenem Mund starrte ich ihn an, während er den Gang einlegte und vorsichtig aufs Gaspedal trat. „Ihre Straße?“ „Richtig. Das hier ist eine Privatstraße, die zu meinem Haus führt. Also?“ Er sah mir kurz in die Augen, nur um dann grinsend wieder seinen Blick auf die Straße zu richten. Ich lehnte mich in dem wärmenden Sitz zurück. „Laut Straßenkarte ist sie der kürzeste Weg ins Dorf“. Er unterdrückte ein Lachen. „Aus welchem Jahrhundert ist die Karte?“ Verwirrt musterte ich sein Profil. „Die Straße ist seit ca. 50 Jahren Privatbesitz. Ins Dorf führt sie nicht mehr.“ Er erwiderte amüsiert meinen Blick. Na typisch. Passt zu mir. Ein Blödsinn nach dem anderen. Konnte nicht einmal in meinem Leben alles glatt laufen? Ich spürte ein Brennen in den Augen und versuchte, die Tränen, die sich bildeten, wegzublinzeln. „Tut mir leid“. „Ist ja kein Drama. Ich war nur neugierig. Ich bin übrigens Gideon“. „Danke“, erwiderte ich müde. „Lilly“.

Gideon

Was für ein zuckersüßer Schmollmund. Keine Ahnung, welcher Wink des Himmels sie in meine Arme geführt hat, aber es würde bestimmt amüsant werden. Ihre Augen sprühten Funken. „Lilly? Eine Abkürzung?“ Ich spüre, wie sie mich mustert und lächle. „Eigentlich Aurora Laeticia“, gibt sie zu und ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. „Meine Eltern haben Humor“, sagt sie frustriert. „Und was verschlägt dich in diese Gegend?“ Smalltalk hat noch niemandem geschadet. Sie legt ihre Hände in den Schoss und umklammert ihr Handy. Dann lacht sie hämisch. „Eigentlich machen mein Freund und ich mit Freunden Urlaub oben auf einer Blockhütte. Aber während ich mit leichtem Fieber im Bett lag, hatte er nichts Besseres zu tun, als meiner besten Freundin das Gehirn rauszuvögeln!“ Sie lacht. „Nicht, dass es da viel zu tun gegeben hätte“, fügt sie noch verbittert an. „Autsch“. Vor mir tauchte das Tor zu meinem Haus auf und ich hielt den Wagen, um den Code in die dafür vorgesehene Armatur einzugeben. Das Tor ging auf und ich lenkte den Wagen hinein. Vor der Eingangstreppe hielt ich an und machte den Motor aus. „Da wären wir“. Argwöhnisch beugte sie den Oberkörper vor, um besser sehen zu können. „Dein Ernst?“ Sie schnappte nach Luft. Ich stieg aus und lief um den Wagen, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein. Nach diesem Reinfall mit ihrem Freund wollte ich zeigen, dass nicht alle Männer Arschlöcher sind. Sie ließ sich helfen und stieg aus, ihren Blick gerichtet auf meine Villa. Für mich war es das normalste auf der Welt, immerhin bin ich in diese Welt hineingeboren worden. Meine Eltern sind stinkreich, ich bin stinkreich und ich kenne es nicht anders. Während ich meine Tasche aus dem Kofferraum hole, höre ich sie fluchen. Es amüsiert mich und es beeindruckt mich, dass sie nicht wie die anderen Mädchen reagiert, die nämlich plötzlich einen Schalter umlegen und flirten was das Zeug hält, in der Hoffnung, ein Stück von dem Kuchen abzubekommen. „Immobilien? Aktien?“, rief sie in meine Richtung und zündete sich eine Zigarette an. „Hotels“, antworte ich ihr und schloss den Kofferraum. Ich lief zu ihr und deutete ihr, mir zu folgen. Wir gingen schweigend die Treppe hinauf. „Respekt“, sagte sie und lächelt. „Danke nochmal, dass du mir hilfst.“ Sie nahm einen tiefen Zug von ihrer Zigarette und musterte mein Gesicht. Ihr Stirnrunzeln machte mich Nervös. MICH! Ich schloss die Eingangstür auf und wartete. Lilly tippte auf ihrem Handy herum und hielt es sich dann ans Ohr. Ich konnte nicht verstehen, was sie sagte, aber an ihrem Gesicht konnte man deutlich ablesen, dass es nicht gut war. Sie warf die Zigarette auf den Boden und trat mit dem Fuß darauf, dann atmete sie tief durch und folgte mir. „Schlechte Nachrichten“, fragte ich. Lilly lachte wieder verbittert und ihre Miene verfinstert sich. „Wie immer halt, wie mein ganzes Leben. Der Abschleppwagen kommt nicht durch, ich sitze hier fest. Sie rufen mich an, wenn die Straßen wieder passierbar sind“. Ich hielt ihr die Tür auf und als sie an mir vorbeiging, konnte ich ihr dezentes Parfum riechen. Fruchtig blumig. Es gefiel mir. Ich stellte meine Tasche im Eingangsbereich ab und zog mein Jackett aus. Sie sah sich um und war sichtlich beeindruckt. „Du kannst so lange bleiben, wie du magst, hier ist genug Platz“, biete ich ihr an. Sie dreht sich zu mir und zieht ihre Jacke aus. „Danke.“ Es ist ihr peinlich, das spüre ich. Wahrscheinlich gehört sie zu der Sorte Frauen, die unabhängig auf eigenen Beinen stehen und ungern Hilfe annehmen. Ihre Figur ist sehr ansehnlich und genau mein Geschmack. Klein und zierlich, ein knackiger Po und unter dem enganliegenden Pullover zeichnen sich apfelsinengroße Brüste ab. Ihre schwarzen Haare fallen in sanften Wellen über ihre Schultern. Himmel, Gideon reiß dich zusammen! Als könnte sie meine Gedanken lesen, musterte sie mich argwöhnisch. Den Kopf zur Seite geneigt hielt sie meinem Blick stand. Ihre blauen Augen funkelten und ich verkniff mir ein Grinsen. „Willst du was trinken?“, versuchte ich die Atmosphäre aufzulockern. „Kaffee, Tee, Wein?“ „Wein“, sagt sie entschlossen und folgt mir. „Verfluchte Scheiße!“, schreit sie und ich drehe mich erschrocken zu ihr um. Wie angewurzelt blieb sie stehen und keucht. „Das darf doch alles nicht wahr sein!“ Ihre Augen fixierten mich und in ihrem Blick lag Abscheu. Dabei war ich doch bis jetzt ausgesprochen brav gewesen. „Ich kenne dich“, presste sie hervor und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. Wer nicht?

Aurora

Das war ja wieder typisch. Schlimm genug, dass mein Freund mich betrogen hatte und ich in diesem scheiß Kaff hier festsaß, mein Auto irgendwo in der Pampa zugeschneit wurde, musste ich ausgerechnet auf den arrogantesten Snob treffen, den es weit und breit gab. Die Klatschspalten sind voll von ihm und irgendwelchen Tussen, mit denen er sich kurzweilig vergnügte. „Gideon de Lacroix.“ Wieso nur zog ich die Arschkarten an, wie ein Magnet? „Schuldig“, grinste er verwegen und ging in die Küche. Der Eingangshalle schloss sich ein kleines Wohnzimmer an, mit zwei Couchen und einem Couchtisch. Die Einrichtung war eher spartanisch, sehr stilvoll in Weiß und Grau, aber trotzdem irgendwie gemütlich. Unter der Couch lag ein weißer Teppich und ein paar Pflanzen standen wohl verteilt in den Ecken. Das Beste aber war die Aussicht. Die Wände bestanden aus Glas und diese Glasfront bot eine atemberaubende Aussicht auf die Berge und das Dorf unten im Tal. Es war alles so offen hier, denn übergangslos gelangte man in die offene Küche, die nur eine Theke mit Barhockern vom Wohnzimmer trennte. Gideon dekantierte einen Wein und ich setzte mich auf einen Barhocker. Der begehrteste Junggeselle Frankreichs war heiß, zugegeben ja, aber sein Verschleiß an Frauen ließ darauf schließen, dass er noch lange nicht damit fertig war, sich die Hörner abzustoßen. Mir gefiel sein verstrubbeltes braunes Haar, welches perfekt zu seinen blauen Augen passte. Insgesamt war Gideon sehr maskulin und durchtrainiert. Kein Vergleich zu meinem Ex. „Ich hoffe, du magst Rotwein“, ertönte seine Stimme genau hinter mir. Zu nah. Sein Aftershave stieg mir in die Nase, herb und ohne Moschus, so mochte ich es am liebsten. „Hauptsache Alkohol“, sagte ich leise. „Dieser Tag ist einfach nur zum Vergessen.“ Gideon lachte leise und ich spürte seinen Atem in meinem Nacken, was mir sofort Gänsehaut bescherte. Ein leichte Ziehen breitete sich in meinem Unterleib aus, was mich aber ehrlich gesagt, schockierte. Reiß dich zusammen. Gideon ging ins Wohnzimmer und stellte die Karaffe mit Rotwein sowie 2 Weingläser auf dem Tisch ab. Danach setzte er sich auf die eine Couch und schenkte uns ein. Seufzend folgte ich ihm und ließ mich auf die andere Couch nieder. Ich nahm ein Glas und prostete ihm zu, bevor ich einen langen Schluck nahm. „Also?“, er räusperte sich kurz. „wie kommt es, dass du weißt, was in den Klatschblättern über mich steht?“ Während er die Frage stellte, hatte er eine Augenbraue hochgezogen. „Das liegt daran, dass ich keine Lust mehr habe, ständig meine Zeit zu vergeuden, weil ich meine Haltestellen beim Trambahnfahren verpasse. Deshalb sind Bücher jetzt tabu, stattdessen lasse ich mich von Promikatsch berieseln.“ Gideon schien amüsiert zu sein, aber es war verdammt nochmal nicht witzig, jeden Tag 3 oder mehr Stationen zurückzufahren, weil man mal wieder den Ausstieg verpasst hat, weil das Kapitel gerade so spannend war! „Stimmen die Berichte denn?“ Gideon lachte herzlich und nippt an seinem Glas. „Meistens.“ Seine Ehrlichkeit ist einerseits irritierend, aber auf der anderen Seite sehr erfrischend. „Und wie stellst du das an?“ Auch ich nahm einen kräftigen Schluck Rotwein. „Ich meine, wie kriegst du die Frauen rum? Sie wissen doch, was für ein arroganter Arsch ihnen gegenüber steht.“ Er wird schlagartig ernst bei meinen Worten, die ich durch ein süffisantes Grinsen unterstreiche. Bin ich zu weit gegangen? Er lehnt seinen Oberkörper nach vorn und schaut mir in die Augen, was mich nervös macht. „Ich meine, sie kennen dich, sie wissen, wie du sie behandelst und trotzdem machen sie bereitwillig die Beine für dich breit, nur um dann von dir abserviert zu werden. Wie geht das?“ In seinen Augen blitzt es, ich hatte anscheinend einen Nerv getroffen. Seine Mundwinkel zuckten und er lehnte sich wieder zurück. „Ich kann dir gerne eine Kostprobe geben und dir eine Nacht bescheren, an die du noch lange zurückdenken wirst“, sprach er und behielt seinen Blick auf mich gerichtet. Oh ja klar. Was denn, mit dieser Masche kam er durch oder war da noch mehr? Je länger er mich so durchdringend ansah, desto unwohler wurde mir. Meine Hände waren feucht, mir war heiß und mein Unterleib war ein mieser Verräter. „Nein Danke, da mache ich es mir lieber selbst!“ Ich brauchte jetzt dringend frische Luft! Was dachte der Scheißkerl eigentlich, wer ich bin! Eine dumme Tussie, die er mal eben so vögeln konnte? „Ahr, verfluchte scheiße aber auch!“ Ich ging nach draußen, lehnte die Eingangstür nur an und zündete mir eine Zigarette an. Ich sollte wirklich aufhören! Was für ein überhebliches arrogantes Arschloch! Ein weiterer Zug an meiner Zigarette beruhigte mich langsam. Was hatte dieser Kerl bloß, dass ihm alle Frauen zu Füßen lagen? „Ich denke, wir sollten ins Bett gehen“, flüsterte er mir ins Ohr, was mich völlig aus dem Konzept brachte. Wann bitte war er nach draußen gekommen? Ein wohliger Schauer jagte mir über den Rücken und die Hitze in meinem Becken flammte erneut auf. Er machte keine Anstalten, die Distanz wieder herzustellen, und ich blieb wie angewurzelt stehen. „Wenn du die Treppe raufgehst, die dritte Tür rechts, befindet sich ein Gästezimmer. Im Schrank findest du Sachen zum Wechseln. Sie gehören meiner Schwester. Ihr habt die gleiche Figur.“ Sein Atem an meinem Ohr raubte mir den Verstand. Mein Herz raste während mein Unterleib wie wild pochte und ich widerstand irgendwie dem Drang mich einfach an ihn zu lehnen. Gott wie erbärmlich. „Danke“, presse ich stattdessen hervor und atmete tief durch. Dann löste ich mich von ihm, schnippte die Zigarette in den Schnee und ohne ihn weiter anzusehen rannte ich die Treppe nach oben.

Gideon

Diese Frau war goldig. Ich konnte ihr ansehen, dass ich eine anziehende Wirkung auf sie habe, aber sie gab mir einen Korb. MIR! Entweder war ich zu erfolgsverwöhnt oder wohl doch ein Arschloch, dennoch war mein Ego mächtig gekränkt. Immerhin hatte sie mich provoziert! Ich würde ihr ein wenig Abstand gewähren. Wenn sie wüsste, mit wem sie wirklich hier eingeschneit in den Alpen zubringen musste. Challenge excepted.

Aurora

Als ich erwachte, war es draußen bereits hell. Verschlafen realisierte ich, dass noch immer der Schnee in dicken Flocken fiel und der Himmel grau in grau war. Ich streckte meine Glieder und huschte aus dem Bett. Das Zimmer hatte ein eigenes Badezimmer, welches nur durch einen einfachen Durchgang erreichbar war. Eine Dusche war jetzt genau das Richtige für meine müden Geister. Im Badezimmer fand sich alles, was ein Frauenherz begehrt. Duschgel, Shampoo, Lotionen und allerlei weitere Hygieneartikel. Im Spiegelschrank fand ich noch unbenutzte Zahnbürsten und musste schmunzeln. Der Kerl war ja für alles gerüstet. Ich zog meine Sachen aus und stieg unter die Dusche. Das Wasser brauchte eine Weile, bis es angenehm heiß war und ja, es war sehr wohltuend. Ich könnte stundenlang unter der Brause stehen und mich vom warmen Wasser berieseln lassen, es war einfach zu herrlich. Seufzend aber drehte ich den Hahn zu, schnappte mir ein Handtusch und trocknete mich ab. Frisch geduscht und mit geputzten Zähnen beäugte ich kritisch den Inhalt des von Gideon erwähnten Kleiderschrankes. Kopfschüttelnd untersuchte ich ein Teil nach dem anderen, wurde aber nicht fündig. Seine Schwester war eindeutig ein Kleidertyp, allesamt von Luxuslabels, während ich dagegen nicht so wählerisch war. Vielleicht lag es daran, wie mich meine Eltern erzogen hatten. Sicherlich, sie waren steinreich, aber das sahen sie nie als selbstverständlich an und an die große Glocke wurde es auch nicht gehängt. Sie erzogen mich zu einer bescheidenen jungen Frau, die die Öffentlichkeit so gut es ging mied und dafür Privatsphäre hatte. Davon abgesehen waren diese Abendveranstaltungen der Schönen und Reichen zum Teil arg lahm. Ich seufzte. Jedem das Seine. Unterwäsche fand ich nur zur Hälfte. BHs und Korsagen waren da, aber kein einziges Höschen. Und Hosen vermisste ich ebenfalls. Dafür gab es Strümpfe in Massen. Ich stöhnte auf. Der Tag begann, wie der gestrige geendet hatte: Einfach nur beschissen. Ich streckte die Schultern durch und griff nach dem knielangen grauen Kaschmirkleid. Es half alles nichts. Lieber das, als meine Klamotten von gestern. Dazu wählte ich einen BH und schwarze blickdichte halterlose Strümpfe. Das war das Beste, was der Kleiderschrank hergab. Halbwegs zufrieden ging ich in die Küche hinunter und der Duft frischen Kaffees stieg mir in die Nase. Er war also schon wach. Gideon wünschte mir lächelnd einen guten Morgen und deutete mir, mich zu setzen. Er hat Frühstück gemacht?
Gideon

Wow, war sie heiß! Das Kleid stand ihr ausgezeichnet, es betonte ihre zarten Rundungen und die Farbe harmonisierte perfekt mit dem Schwarz ihrer Haare. Es stand ihr besser als Victoria, meiner Schwester. Ich musste schmunzeln, als mir einfiel, dass meine Schwester immer unten ohne unterwegs war. Würde sie ihr Höschen von gestern tragen oder nichts? „Frühstück“, fragte ich sie und sie nickte. „Ich hoffe, du hast gut geschlafen?“ „Ja, das habe ich, danke.“ Lilly krabbelte auf einen Barhocker und zwar so ungeschickt, dass ich davon ausgehen konnte, dass sie kein Höschen trug. Ich schaufelte ihr Rührei auf den Teller und schenkte ihr Kaffee ein. Lilly begann zu essen und nippte an ihrem Kaffee, den sie schwarz trank. „Das Kleid steht dir“, versuchte ich das Schweigen zu durchbrechen. Sie errötete und lächelte verlegen. „Danke.“ Lange hatte ich gestern noch wach gelegen und mich gefragt, warum sie gestern so reagiert hatte. Diese Frau hatte in mir eine Neugier geweckt, die ich schon sehr lange vermisst hatte. Dafür waren es in der letzten Zeit zu viele stumpfsinnige Frauen gewesen, die außer Mode nicht viel im Kopf hatten und mich einfach nur noch langweilten. Lilly stahl sich in meine Gedanken und machte es sich dort gemütlich, sodass ich fast kein Auge zu bekam. Wo kam sie her, was für ein Leben führte sie? Wie war ihr Ex und warum zur Hölle betrog er sie. Und dazwischen drängten sich Fragen in mein Hirn, wie sie sich wohl unter mir winden würde, wenn ich sie verwöhnen würde, oder wie sie wohl stöhnte, nur für mich. Oder wie sie schrie, weil ich ihre helle Haut lustvoll zeichnen würde. Und jetzt saß diese heiße Frau hier in meiner Küche und trug nichts drunter, was mich um den Verstand brachte. Ihre Abfuhr ging mir einfach nicht aus dem Kopf und verstärkte nur meinen Trieb. Bisher hatte noch nie eine Frau mir einen Korb gegeben. Hatte ich heute Morgen noch den Vorsatz, mich zusammenzureißen, bröckelte ebendieser. Pff. Scheiß drauf! „Warum willst du es dir lieber selbst machen?“ Ich wollte sie damit aus der Reserve locken und mehr erfahren. Lilly verschluckte sich und hustete, dabei funkelten ihre Augen gefährlich böse. „Arschloch“, presste sie hervor und legte die Gabel beiseite. Man konnte sehen, wie sie überlegte und ich war gespannt, was sie gleich sagen würde. „Du überheblicher kleiner Wichser!“ Sie stand auf und ging Richtung Tür. „Ich werde mich nicht für deine Gastfreundschaft bedanken, ich werde jetzt gehen und dann kannst du es dir selbst machen!“ Es war herrlich, sie so wütend zu sehen. Ihre Nasenlöcher bebten und an ihrem Hals bildeten sich rote Flecken. „In dem Aufzug?“, neckte ich sie und ging ein paar Schritte auf sie zu. „Weißt du, eigentlich war mein Satz von gestern Nacht eher ein Spaß gewesen, aber mein Ego, weißt du. Das verträgt nicht viel!“ Lilly kam auf mich zu und wollte mir eine Ohrfeige verpassen. Das wollen sie immer, also fange ich sie ab und ziehe sie an mich. Sie soll ruhig meinen Schwanz spüren, der fast hart ist. Mit einer Hand umklammere ich ihre Hand und mit der anderen fahre ich langsam an ihrem Oberschenkel entlang. Sie wehrt sich nicht. Ihr Atem ist schnell und ihre Augen haben diesen gefährlichen lüsternen Glanz. Langsam schiebe ich meine Hand immer weiter zu ihrer feuchten Mitte und streiche sanft über ihre Klit, dass sie aufkeucht. Trotzdem hält sie meinem Blick stand. Ich will sehen, wieweit ich gehen kann und fahre mit 2 Fingern zwischen ihre Schamlippen, teile sie und versenke sie in ihrer herrlich feuchten und warmen Grotte, was Lilly mit einem leisen Stöhnen quittiert. Schachmatt

Aurora

Was für ein mieses Arschloch. Warum sollte ich mich wehren? Er versteht sein Handwerk und weiß genau, dass ich Wachs unter seinen Händen bin. So geschickt, wie seine Hände zielstrebig zu meiner intimsten Stelle vorgedrungen sind, machte er das nicht zum ersten Mal. Natürlich nicht! Mein Becken pochte und ja, es fühlte sich verdammt gut an. Es macht mich an, ja, und warum sollte ich es abstreiten, wenn mein Körper doch deutlich zeigt, was Gideon nicht verborgen bleibt. Das letzte Mal dass ich so feucht vor einem Mann stand, war vor 4 Jahren, als ich meinen Ex kennengelernt hatte. Ich kippte mein Becken leicht, damit ich seine Finger besser spüren kann, die gnadenlos in mir forschen und abertausende Lustwellen durch meinen Körper jagen. Mit dem Daumen massiert er meine Lustperle. Seine Augen funkeln gefährlich und ein sanftes Schmunzeln umspielt seine Lippen. Wie er wohl schmeckt? Wenn er mich jetzt noch küssen würde, wäre es perfekt. Was???? Ich spüre, wie er seine Finger aus mir zurückzieht und auf Distanz geht. Ahr, das tut er jetzt nicht wirklich? Überrumpelt von der Situation weiß ich nicht, was ich jetzt machen soll. „Geht’s deinem Ego jetzt besser?“, rufe ich ihm wütend zu und fühle mich leicht gedemütigt. Gideon lächelt und setzte sich wieder auf die Couch. Ich bin feucht und geil und werde unbefriedigt zurückgelassen. Ist ja nichts Neues. „Ja man könnte sagen, dass es meinem Ego ein bisschen besser geht“, sagte er amüsiert. „Jetzt hör mir mal genau zu du Armleuchter! Deine Masche ist gut, zu gut, und wer weiß, was du noch alles drauf hast, aber ist dir klar, dass dir einzig der Reiz des Neuen und Unbekannten in die Arme spielt?“ Irritiert musterte er mich und seine Mimik gefror. Langsam setzte ich mich auf die andere Couch und lehne mich mit meinem Oberkörper nach vorn. „Das ist doch der Reiz eines One-Night-Stands! Man kennt sich nicht, alles ist aufregend. Klar wird man da wuschig und kaum eine Frau kann diversen Verführungsküsten seitens der Männer widerstehen. Wie lange die Männerweilt braucht, hängt von deren Geschick ab. Aber was ist bei dem zweiten oder dritten Mal oder sogar nach einem Monat?“ Gideon hebt eine Augenbraue und schnauft. „Du willst mir jetzt nicht weißmachen,“ „Doch genau das möchte ich“, falle ich ihm ins Wort. „Vergleiche es mit einem neuen Spielzeug. Wie hast du dich gefühlt, als du ein Spielzeug, was du wirklich haben wolltest in deiner Kindheit, bekommen hast?“ Gideon grinste. „Du hast dich gefreut“, komme ich ihm zuvor. „Und nach einer Woche? Nach einem Monat? Wie war dein Gefühl da? Er atmete tief ein „Das Interesse schwand“. „Ganz genau“. Zufrieden lehnte ich mich zurück und schlug die Beine übereinander. „Je länger du mit einer Frau zusammen bist, umso länger wird es dauern, sie auf Touren zu bekommen, bis der Sex ganz aufhört oder nur einmal im Monat stattfindet. Und das trifft auf alle Männer zu. Dein Charme und deine Masche funktionieren nur beim ersten Mal. Und tief in deinem Inneren weißt du das auch, denn sonst hättest du längst eine Beziehung und würdest dich mit deiner Freundin um die ganze Welt vögeln.“ „Aus dir spricht viel Verbitterung Lilly!“ Gideon erhebt sich und geht in die Küche. „Willst du noch einen Kaffee?“ „Immer“. Er nimmt 2 frische Tassen und füllt Kaffee hinein. „Und trotz deiner Worte warst du in einer Beziehung?“ „Ja, denn im Grunde suchen wir doch alle nach einem Menschen, mit dem wir alt werden können oder?“ Er reichte mir die Tasse und setzte sich wieder. „Ein hoher Preis würde ich sagen!“ Gideons Augen blitzen wieder. „Ganz und gar nicht. Die wenigsten Männer schaffen es, Frauen voll und ganz zu befriedigen. Bei den meisten ist nach ein paar Minuten Schluss, ohne dass die Frau einen Höhepunkt hatte. Und da wiederum die meisten Frauen über ihre Vorlieben und Gefühle nicht reden, wird sich daran auch nichts ändern. Also sucht man sich einen netten Kerl, mit dem man gemeinsam alt wird, um nicht allein zu sein. Nicht viele Frauen haben den Mut, jedes Wochenende ein weiteres Exemplar von One-Night-Stand auszuprobieren, in der Hoffnung, endlich auf einen Kerl zu treffen, der nicht nur rein-raus im Sinn hat.“ Ich wandte meinen Blick von ihm ab und sah nach draußen. Der Schnee fiel ohne Pause gnadenlos weiter. Ich musste daran denken, wie ich Luca kennengelernt hatte und wie seine Berührungen und Küsse mich in den ersten Wochen so dermaßen unter Strom gesetzt hatten. Täglich hatten wir mehr als einmal Sex und es war wunderbar, auch wenn er kein großer Liebhaber war. Er kannte die Standardstellungen und aufgeschlossen gegenüber Neuem war er eher nicht. Im Gegenteil, dass ich eher offen mit dem Thema umging, irritierte ihn, sodass ich irgendwann damit aufhörte und ihm den Orgasmus am Ende unserer 4-jährigen Beziehung einfach nur noch vorspielte. „Wie viele Beziehungen hattest du schon?“, riss mich Gideon aus meinen Gedanken. „Zu Wenig, meine längste über 4 Jahre bis gestern.“ „Und lass mich raten, keiner dieser Kerle hat dich je zum Höhepunkt gebracht.“ Gideons süffisantes Grinsen versetzte mir einen Stich, aber er hatte Recht, sodass ich nur zustimmend nickte.

Was hatte dieser Kerl nur an sich? Erst machte er mich an und dann reden wir über Sex und Beziehungen wie gute Freunde. Ich erhob mich und ging zur Fensterfront. Mit Sicherheit starrte mir Gideon auf den Arsch, aber das war mir egal. War es das? „Versteh mich nicht falsch Gideon. Eine harmonische und in jeder Hinsicht befriedigende Beziehung ist sehr selten und nur wenige haben das Glück, ihren Gegenpart zu finden. Sei es aus mangelndem Selbstbewusstsein, sei es aus kulturellen Unterschieden.“ „Und deshalb gibt man sich mit Arschlöchern ab?“, sagte er spöttisch. „Man muss abwiegen, was einem persönlich wichtiger ist. Täglicher Sex oder vertraute Zweisamkeit, eine Schulter zum Anlehnen, gemeinsame Hobbies“, erwiderte ich. Gideon schnaubte. „Jeder Mensch hat das Recht auf guten Sex und den Rest“, sagte er energisch und mir entlockte es ein Lachen. „Sagt der Junggeselle, der jeden Tag eine andere vögelt“. 2 Arme umfassten mich plötzlich von hinten, dass ich quickte. Gideon zog mich an sich, was mich sofort wieder unter Strom setzte. „Hör zu Aurora. Ich weiß nicht, was du alles bereits erlebt hast, aber ich finde“, Gideon machte eine kurze Pause, um sanfte Küsste auf meinem Hals zu verteilen. „dir sollte jemand beweisen, dass guter Sex nicht nur einmalig ist.“ Mit dem Zeigefinger malte er eine Linie beginnend zwischen meinen Brüsten bis zum Bauchnabel und immer weiter. Ich warf meinen Kopf zurück und wollte ihm antworten, aber ich konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. Dieses Ziehen in meinem Unterleib war so herrlich heftig, dass es mich zu zerreißen drohte. „Stöhn für mich, lass dich gehen“, flüsterte Gideon mir ins Ohr und ich tat ihm den Gefallen. Sein Zeigefinger war jetzt auf meinem Oberschenkel und mit der Hand fuhr er unter mein Kleid. Als er über meine Schamlippen strich, keuchte ich auf und noch nie in meinem Leben wollte ich so sehr gefickt werden, wie jetzt von ihm. Gideon massierte meine Klit erneut, während er mit 2 Fingern in mich eindrang. Dieses Gefühl war atemberaubend und ich hatte Mühe, nicht einzuknicken. Gideon führte mich zur Couch zurück. „Beug dich nach vorn“, raunte er mir ins Ohr und ich tat es. Ich lehnte mich auf die Lehne und reckte ihm erwartungsvoll meinen Hintern entgegen. Plötzlich fühlte ich etwas Feuchtes zwischen meinen Beinen und Whooooho, Gideon leckte mit seiner Zunge über meine Perle und knabberte an ihr. Es war unglaublich, was dieser Mann in mir auslösen konnte. Ungeahnte heiße und kalte Wellen durchfuhren mich und meine Lust auf ihn stieg ins unermessliche. Noch nie war ich so geleckt worden. Ich stöhnte meine Lust hinaus und dieses Mal war es echt. Eine weitere Welle der Erregung überrollte mich, was es normalerweise bei mir nicht gab. Nicht in dieser Situation. Gideon ersetzte seine Zunge wieder durch seine Finger und rieb meine Klit, wie ich es nicht besser konnte. „Lass es zu Lilly, entspann dich“. Und während er das sagte, überrollte mich mein erster Höhepunkt. Ein wenig erschöpft und völlig überrannt von diesem unglaublichen Gefühl hing ich über der Lehne. Gideon zog mich jedoch wieder an sich, sodass ich seinen harten Schwanz an meinem Po spüren konnte. „Hör zu Lilly, das war nur der Anfang. Ich werde jetzt meinen Schwanz auspacken und dann genüsslich in dich stoßen.“ Ein wohliger Schauer durchfuhr mich und die Erregung kam schlagartig zurück. Wie ging das? Ich beugte mich wieder nach vorn und im nächsten Moment spürte ich sein Glied an meinen Schamlippen. Ich spreizte die Beine noch ein bisschen weiter und seufzte zufrieden, als Gideon mit einem kräftigen Stoß in mich eindrang. Er fühlte sich so verdammt gut an und er füllte mich komplett aus. Seine sanften Stöße trieben mich meinem nächsten Höhepunkt entgegen und ich vergaß alles um mich herum. Ich ließ mich von ihm hier und jetzt vögeln. Gideons Stöße wurden immer härter und es war berauschend und als mich der zweite Orgasmus überrollte, schrie ich meine Lust hinaus. Nicht lange und auch Gideon war soweit. Unter Stöhnen ergoss er sich in mir und verharrte dann erschöpft. So erfüllend konnte Sex also wirklich sein.
Gideon

Gott, fühlte sich diese Frau gut an, so herrlich eng. Wie für mich gemacht. Für sie war es wahrscheinlich der beste Sex ihres Lebens, aber für mich war es untragbar. Wieso konnte ich diesen primitiven Trieb nicht einmal unter Kontrolle halten. Dabei konnte ich es besser verdammt nochmal! Lilly lag immer noch bäuchlings über der Lehne und wirkte irgendwie glückselig. Ihre Augen waren geschlossen, aber sie lächelte. Ich zog meine Hose wieder hoch und Lilly sah mir direkt in die Augen, schmunzelnd und in ihren Augen sah ich die Lust auf mehr. Wie weit würde ich bei ihr gehen können? Je länger ich darüber nachdachte, desto sicherer wurde ich. Vielleicht war das der Grund, warum sie ein so unerfülltes Sexleben hatte. Sie richtete sich auf und setzte sich auf die Couch. „Okay Gideon, das war gut!“ Genüsslich nippte sie an ihrem Kaffee, der wahrscheinlich schon mehr als kalt war. Nur gut? „Dieses Gefühl gerade eben war so viel mehr, als ich es selbst hinbekomme!“ In ihrer Stimme schwang Traurigkeit, aber ich wusste, was sie meinte. Es machte einfach süchtig. Guter Sex ist wie eine Sucht, man will immer mehr davon. Ich setzte mich ihr gegenüber. „Gegen eine Wiederholung hätte ich nichts einzuwenden.“ Lilly lachte und wischte sich eine verirrte Strähne aus dem Gesicht. „Solange wir hier eingeschneit sind, spricht wohl nichts dagegen“, grinste sie süffisant. „Nach deiner Theorie müsste ich es ja beim nächsten Mal schwerer haben, dich feucht zu bekommen.“ Lilly verschluckte sich beinahe an ihrem Kaffee. Dass sie diese kalte Plörre überhaupt runterbekam. Ich stand auf, um ihr einen neuen Kaffee zu machen, sie folgte mir. „Ach jetzt spiel dich nicht so auf Gideon. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber in einer Woche definitiv. Dann haben wir uns aneinander gewöhnt, der Reiz geht verloren.“ Dann hast du definitiv den falschen Sex Kleine! Sie lehnte sich gegen die Arbeitsplatte. „So wie du sprichst, müsstest du eigentlich von Lover zu Lover hüpfen. Dass du die letzten 4 Jahre eine mehr oder weniger unglückliche Beziehung geführt hast, nimmt man dir nur schwer bis gar nicht ab. „Mag sein, ich denke, wir werden nie den anderen verstehen. Warum willst du dich denn nicht binden? Doch wohl, weil du Spaß an deinem Leben hast. Weil deine Eltern geschieden sind und du es nicht kennst, wenn zwei Menschen miteinander alt werden und sich mit jedem Tag mehr lieben.“ „Ah, daher weht der Wind. Du hast Angst vor deinen Eltern. Sie leben diese glückliche Ehe und du willst ihnen in nichts nachstehen. Dafür nimmst du sogar in Kauf, enthaltsam leben zu müssen oder plump befummelt zu werden.“ Lilly atmete tief und ich wusste, dass ich Recht hatte. „Wozu auch?“, schrie sie beinahe. „Warum soll ich vielleicht Jahre damit verschwenden, mich durch die französische Gesellschaft zu schlafen, wenn es doch sinnlos ist. Diese Ausdauer habe ich nicht. Mit Luca hatte ich zwar nicht den besten Sex, aber wir hatten die gleichen Interessen. Wir konnten in ein Restaurant gehen und uns unterhalten bis wir heiser waren.“ Gideon zog eine Augenbraue hoch. „Wenn ich essen gehe, unterhalte ich mich auch, nur danach habe ich noch schmutzigen Sex. Und meine Abneigung, mich zu binden, hat nichts mit dieser Meinung zu tun. Die Richtige war eben noch nicht dabei, also suche ich weiter. Ja, ich liebe Frauen, aber das bedeutet nicht, dass ich eine Beziehung gänzlich ablehne. Nur im Gegensatz zu dir, gebe ich mich nicht mit der Erstbesten zufrieden.“ Lilly sagte nichts. Betroffen schaute sie zu Boden. Am liebsten würde ich sie jetzt gerne an mich ziehen und ihr den nötigen Halt geben, den sie braucht. Sie wirkt so zerbrechlich und irgendetwas regte sich in mir, was ich nicht verstand. Was soll‘s. „Deine Eltern leben es dir doch vor, warum glaubst du dann selbst nicht daran?“ Lilly vergrub ihr Gesicht auf meiner Brust und seufzte. „Weil es so verdammt schwer ist. Ich bin 27 und hatte schon ein paar Männer. Aber wie soll man daran glauben, dass Beziehung und guter Sex dauerhaft funktioniert, wenn man mit der Zeit abstumpft? In meinen bisherigen Beziehungen zum Beispiel. Das erste halbe Jahr war großartig. Ich war geil und wir hatten regelmäßig Sex. Dass ich dabei nicht zum Höhepunkt kam spielt hierbei keine Rolle. Aber nach diesem halben Jahr wurde ich weniger und weniger geil. Wo früher eine kleine Berührung, ein sanfter Kuss gereicht hätte, brauchte es nun viel mehr. Und bei Luca war es am Ende sogar so, dass er mich gar nicht mehr antörnte. Wer weiß, vielleicht bin ich auch gestört.“ „Das darfst du nicht denken, hörst du! Mit dir ist alles in Ordnung. Es war eben noch nicht der Richtige dabei.“ Ich hatte eine Idee. „Was hältst du von folgendem Angebot: Ich werde dir beweisen, dass es sich lohnt, weiterzusuchen. Dass Sex Spaß machen muss!“ Lilly sah mir verblüfft in die Augen. „Dass du keineswegs abgestumpft bist, und dass es eben nicht nur am Reiz des Unbekannten liegt.“ Sie löste sich von mir, nahm ihre Tasse und ging zurück ins Wohnzimmer. „Und wie stellst du dir das vor? Dass die nächsten Tage aufregend sein könnten, das würde ich nie bestreiten. Aber was kommt danach? Willst du das nächste halbe Jahr damit verschwenden, mir die Augen zu öffnen, wo wir doch beide wissen, wie es enden wird!“ Sie wirkte verärgert. „Achja? Wie wird es denn ausgehen?“ Ich folgte ihr. „Na ganz einfach. Irgendwann haben wir sämtliche Stellungen ausprobiert, irgendwann.“ „Dann lass dich darauf ein Lilly. Anscheinend hast du nichts zu verlieren“, unterbrach ich sie. Was tue ich hier eigentlich? „Und was erhoffst du dir davon? Die Rolle des Samariters passt irgendwie nicht zu dir!“ „Spaß“, antwortete ich ihr. Und das war sogar ernst gemeint. Diese Kleine, die so offen über Sex redet, unglaublich attraktiv ist und mir ähnlicher ist, als gedacht, konnte ich nicht einfach gehen lassen. „Ich verspreche mir jede Menge Spaß. Meine berufliche Situation erlaubt es mir, dir nachzureisen, sodass wir fast die perfekte Beziehung imitieren können. Außerdem zieht man ja erst nach einer gewissen Zeit des Kennenlernens zusammen richtig.“ Lilly schien köstlich amüsiert und in ihren Augen blitzte etwas auf, was ich nicht deuten konnte. „Fein Gideon de Lacroix. Dann stimme mich um. Ich wohne in Marseille und da gibt es viele hübsche Hotels und Appartements, in die du dich einmieten kannst.“ Lilly kam auf mich zu und ihre Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen. „Und was ist der Wetteinsatz“, flötete sie amüsiert. Darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. „Was schlägst du vor?“ Sie tänzelte um mich herum berührte dabei wie zufällig meinen Penis, der beinahe schon wieder einsatzbereit war. Biest. „Wie wäre Folgendes: Wenn du gewinnst, werde ich für dich an der Stange tanzen, im Club meines Onkels, vor allen Gästen. Nackt“ Ihre Worte trafen mich wie kleine Blitze und setzten mich unter Strom. Lilly blieb vor mir stehen und öffnete meine Hose, ließ sich zu Boden gleiten und mit geschickter Hand befreite sie meinen Schwanz, der ihr freudig entgegen wippte. Lasziv ging sie in die Knie, behielt mich aber im Blick. Ihr Anblick war einfach nur genial. Mit der Zunge kitzelte sie meine Eichel, nur um meinen Schwanz dann mit ihren vollen Lippen zu umschließen. Wow, konnte sie ihn tief aufnehmen. „Hm, er schmeckt nach mir“, sagte sie und erhob sich. Ihre Augen strahlten und ein süffisantes Grinsen umspielte ihre Lippen. „Und wenn ich gewinne, dann“, Lilly wartete und schien zu überlegen, wie weit sie gehen konnte. „Wenn ich gewinne, dann darf ich dich bestrafen, nach allen Regeln der Kunst.“ „Die Wetteinsätze gefallen mir. Aber glaub mir, ich werde nicht verlieren.“ Trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl. „Also Einverstanden!“ Ich hielt Lilly meine Hand hin und sie schlug ein. „Bevor ich es übrigens vergesse, mein Name ist Aurora Laeticia Fontessaigne.“ Das soll wohl ein Scherz sein!
Aurora

Gideon zog scharf die Luft ein und sein Grinsen erstarb. Ja das erlebte ich oft, wenn ich meinen vollen Namen nannte. „Welcher Bruder?“ Ungläubig ließ er sich auf der Couch nieder. „Mein Vater ist der jüngere, Kylian.“ In seinem Blick lag Anerkennung, aber auch Wut, dabei hatte ich ihn nie an der Nase herumgeführt. Aber mein Vater und sein Bruder waren bekannt, berühmtberüchtigt eigentlich. Und ich war mir sicher, dass Gideon alle schmutzigen Details meiner Familie kannte, die damals in der Öffentlichkeit waren. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass mein Onkel eine Escortdame geheiratet hat, die mehr Männer in ihrem Leben gehabt hatte als irgendwer. Wie meine Familie mehrere Stripclubs aufgebaut hat und zwar sehr erfolgreich. Und zu guter Letzt mein Vater, der eine alleinerziehende Mutter geheiratet hat und mit ihr bis heute glücklich zusammen ist, meiner Mom. Mein Stiefbruder unterstützt meinen Dad mit seinen Clubs und auch er ist berühmt berüchtigt, teilt die Neigungen meiner Familie. Welche Neigungen in meiner Familie so vorherrschen, hatte ich vor Jahren durch Zufall herausbekommen, die Öffentlichkeit zum Glück aber nicht. Und auch wenn mein Vater und sein Bruder heute in die Jahre gekommen waren, so haftete ihr Ruf immer noch an ihnen. Für die Öffentlichkeit und somit auch Gideon waren wir einfach nur stinkreiche Milliardäre, mit viel Einfluss, Macht und Geld und einer Menge Skandalen. „Du überraschst mich Lilly.“ Gideon musterte mich argwöhnisch und grinste dann. „Du willst mir also allen Ernstes weismachen, dass du nicht in der Lage bist, einen Höhepunkt zu erreichen, mit einem Mann, welchen du länger als ein paar Wochen getroffen hast. Und das bei dem Familienbackground?“ „Redest du denn mit deinen Eltern über Sex“, giftete ich ihn an. „Und dein Onkel? Was ist mit dem?“ „Es ist mir peinlich.“, gab ich zu. „Niemand kann etwas für seine Gefühle.“ „Sei es drum. Mein Angebot steht und verspricht viel mehr Spaß, als ich bisher angenommen hatte.“ Gideon strotzt wieder vor Selbstbewusstsein und nahm mich in seine Arme. Seine Hände ruhten auf meinem Po und diese kleine Berührung löste schon ein Ziehen in meinem Becken aus. Ich spürte seine Erektion, an der ich nicht ganz unschuldig war. Langsam schob er mein Kleid hoch und streifte es mir über den Kopf. Dann folgte der BH. Die halterlosen Strümpfe rührte er nicht an. Ihr Männer seid doch alle gleich. „Stell dich an die Fensterfront, Beine auseinander“, wies er mich an und ich folgte seinen Worten. Das kühle Glas ließ mich kurz erschauern und eine Welle der Lust durchfuhr mich. Ich war schon mehr als feucht und konnte es kaum erwarten, ihn wieder zu spüren. Langsam kam Gideon auf mich zu und presste sich an mich, um mir einen stürmischen Kuss zu geben. Unsere Zungen verschmolzen miteinander. „Hände über den Kopf“, kommandierte er und ich tat es. „Und wehe, du lässt sie herunter“. Dann schob er eine Hand zwischen meine Beine, teilte meine Schamlippen und drang mit 2 Fingern in mich ein. Ich reckte ihm mein Becken entgegen, denn diese Berührungen machten mich wahnsinnig. So hatte ich noch nie empfunden und es war herrlich. Mit der anderen Hand umfasste er meine Brüste und spielte mit meiner Brustwarze. Ein leichtes Ziehen gefolgt von einer Welle der Lust durchzuckte mich. Und nochmal, nicht gerade sanft zwirbelte er meine Brustwarze, und trotzdem heizte es mich an. Dann nahm er sie zwischen die Zähne und leckte mit seiner Zunge daran. Meine Beine fühlten sich mittlerweile an wie Pudding und ich hatte Mühe, aufrecht zu stehen. Ich wollte mich nicht länger zurückhalten, ich konnte es auch nicht und schrie meine Lust heraus. Mein Herz raste, heiße Wellen überkamen mich und mein Verlangen nach diesem Mann wuchs und wuchs. „Fick mich Gideon“, flehte ich keuchend. Und als hätte er darauf nur gewartet, packte er mich und legte mich auf der Couch ab. Er zog sich seine Hose aus und kam über mich. Mit einem Finger drang er wieder in mich ein und massierte meine Klit. Eine neue Welle überrollte mich und es war wie vorhin. Mein Orgasmus stand kurz bevor. „Komm für mich Lilly“, flüsterte er und führte noch einen Finger ein, was ich mit einem Stöhnen quittierte. Ich ließ mich fallen, in seine Hände. „Leg deine Beine auf meine Schultern“, wies er mich an, als ich wieder halbwegs bei Sinnen war. Bereitwillig tat ich ihm den Gefallen und als er endlich in mich stieß, spürte ich schon, wie sich der nächste Höhepunkt ankündigte. Ich hob mein Becken, um ihn noch tiefer in mir aufzunehmen. Er hatte Recht, dieses Gefühl machte süchtig. Während er mich mit harten Stößen nahm, massierte er meine Perle und trieb mich in einen Abgrund, aus dem ich allein wahrscheinlich nie wieder rauskommen würde.
Gideon

Lilly war zwar genauso reich wie ich, trotzdem liebte sie die einfachen Dinge im Leben. Und genau das unterschied sie von den Frauen, die ich normalerweise traf. Keine Spur von Allüren oder Arroganz, eher erfrischend und liebreizend. Zieht sie mich deshalb so in ihren Bann? Ich kramte eine Pfanne aus der unteren Schranktür. Während ich kochte, wollte sie duschen gehen. Nach diesem heißen Vormittag war das auch ihr gutes Recht. Eine Chevalier. Das Nudelwasser kochte. Ich kannte ihre Familie, vor allem ihren Onkel Lawrence. Mein Vater und er hatten sich in früheren Jahren regelmäßig getroffen und als ich alt genug war, weihte mich mein Vater in die Kunst des Verführens ein. Er brachte mir alles bei zum Thema Sex, was ich wissen musste. Der Nachteil war, ich bekam mehr mit, als mir lieb war, Vorlieben, Neigungen, Informationen über die Chevaliers. Oben fluchte Lilly, womöglich immer noch über die fehlende Unterwäsche. Wenn man in diese Familie hineingeboren wurde, war es wirklich sehr schwer vorstellbar, dass man sich zu einer jungen Frau entwickelt, die bereit war, guten Sex zu opfern. Beim besten Willen, aber es ging nicht in meinen Kopf. Oder verschwieg Lilly etwas? Sie war aufgeschlossen und konnte ehrlich über Sex reden, was bei einer Frau erstaunlich selten der Fall ist. Hatte sie Vorlieben wie ihre Onkel, was heizte sie an? Eine Chevalier also. Ich goss die Nudeln ab, arrangierte sie auf den Teller und als ich gerade das Pesto verteilte, kam Lilly auch schon die Treppe herunter. „Das riecht gut“, sagte sie und nahm sich die Gabel samt Teller und setzte sich auf die Couch. Den Teller auf ihrem Schoß drehte sie ein paar Nudeln auf die Gabel. „Deine Schwester ist nicht ganz dicht“, stellte sie fest und ich musste lachen.
Aurora

Mein Vater war ein dominanter Typ, zumindest was seine sexuelle Orientierung anging. Mein Onkel hatte ähnliche Neigungen. Wie also konnte es sein, dass der Apfel so weit vom Stamm fiel? Diese Frage hatte ich mir unzählige Male schon gestellt, aber zu einem wirklich zufriedenstellenden Ergebnis war ich nie gekommen. Sie alle hatten ihre sexuelle Erfüllung und Liebe gefunden und ausgerechnet um mich sollte sie einen weiten Bogen machen? Was lief in meinem Leben falsch? Ich nahm einen tiefen Zug meiner Zigarette und blies den Rauch aus. Was war nur aus der strebsamen Musterschülerin, die von allen beneidet und von den Jungs umschwärmt wurde, geworden? Die Vorstellung, dass Gideon mich aus diesem Tief herausholt, erschien so unglaubwürdig, und dennoch wollte ich es glauben. Er, der ewige Junggeselle und Lebemann, dem die Frauen zu Füßen lagen. Welche Neigungen hatte er eigentlich? Hoffentlich war ich nicht einem Perversen bereitwillig in die Arme gelaufen! Diese Unbekanntheit war höchst prickelnd und mein Schoß begehrte auf, sodass ich seufzend die Zigarette auf den Boden warf und austrat. Gideon hatte meine Neugier geweckt und auch wenn es meinen Eltern wahrscheinlich nicht gefallen würde, so war ich gespannt, was diese Challenge alles für Überraschungen bereithielt. Alles war erlaubt, das hatte Gideon vorhin klargestellt. Begründet hatte er diesen Umstand damit, dass die Liebe auch keinen Regeln folgte. Ein halbes Jahr mit Gideon de Lacroix. Der Gedanke daran, ließ mich schmunzeln. Auf was hatte ich mich da bloß eingelassen. Was sollte ich meinen Eltern sagen? Und wie aufs Stichwort klingelte mein Handy just in diesem Moment. Das Konterfei meines Dads erschien auf dem Display und mir war klar, dass ich nicht darum herumkam, mit ihm zu reden. „Hi Dad“, begrüßte ich ihn. „Hey Rory, wo bist du? Wir machen uns Sorgen Kleines.“ Seine Stimme hatte nichts vorwurfvolles, eher das Gegenteil. Liebevoll und sorgenvoll. „Ich bin noch in der Schweiz Dad. Hat Luca dich angerufen?“ „Hat er.“ Dad schnaufte. Was hatte Luca erzählt? „Was hat er angestellt Rory?“ „Er hat Marlene flachgelegt und sich von mir dabei erwischen lassen.“ Ich erzählte ihm alles und dass ich mich jetzt in einem Hotel befand, um abzuschalten. Ich wusste einfach nicht, wie ich meinen Eltern klarmachen sollte, wo ich mich befand, vor allem mit wem. Der kalte Wind ließ mich frösteln und drängte mich wieder in die Wärme des Hauses, zurück zu Gideon. Mein Dad fluchte ins Telefon und ließ kein gutes Haar an Luca, was mich unheimlich beruhigte. Mein Verdacht war, dass er ihn noch nie ausstehen konnte, mir zu liebe aber nichts gesagt hatte. „Dad ich muss jetzt auflegen. Sobald ich wieder zu Hause bin, melde ich mich bei euch und schaue mal vorbei. Wir müssen auch noch kleine Details wegen der Ausstellung besprechen.“ Ohne einen Kommentar abzuwarten, legte ich auf. Auf der einen Seite sehnte ich es herbei, dass der Schnee endlich bezwingbar wurde, auf der anderen Seite aber hatte ich Angst, was mich erwartet. Gideon würde mit nach Marseille kommen und dann? Bei dem Gedanken daran spürte ich Hitze in mir aufsteigen, die so unglaublich süchtig machte. Wie zur Hölle kann das sein? Vielleicht sollte ich mal mit Maron sprechen? Ich straffte die Schultern und trat zurück ins Haus. Gideon werkelte in der Küche und wollte uns ein Abendessen zaubern. Er bemerkte mich und schenkte mir ein warmes Lächeln.

Aurora

Nervös war gar kein Ausdruck mehr. Reines Nervenbündel war als Beschreibung meines Geisteszustands eher angebracht. Nachdem wir aus der weißen Hölle befreit wurden, genoss ich nun die warmen Sonnenstrahlen Marseilles. Der Haken? Gleich stand ein Besuch bei meinen Eltern auf dem Programm und Gideon würde mich begleiten. Er war direkt mitgereist und hatte sich in ein Hotel in der Nähe meines Appartements eingecheckt. Die letzte Woche war die reinste Qual gewesen. Bittersüße Orgasmen, die Lust auf mehr machten, trieben mich in einen Strudel aus Selbstzweifeln. Was stellte Gideon nur mit mir an? Mit jedem Tag verfiel ich ihm immer mehr, gierte nach seinen Händen, die unerbittlich meinen Körper erkundeten, mich in tiefe Ekstase versetzten, genauso wie seine Zunge oder sein Schwanz. Verflucht aber auch! Gleich würde Gideon hier auf der Matte stehen und ich stand noch immer nackt vor meinem Kleiderschrank, unfähig, mich zu entscheiden, was ich anziehen sollte. Meine Gedanken wanderten zurück an den ersten Morgen, als ich Gideon traf und ich wusste plötzlich, was ich anziehen würde. Zielsicher griff ich nach meinem dunkelblauen Wollkleid. Es war zwar hochgeschlossen mit einem Rollkragen, dafür aber sehr enganliegend bis zur Taille, um dann in einer zarten A-Linie bis zu den Knien zu fließen. Darunter trug ich einen BH, und halterlose blickdichte schwarze Strümpfe. Auf das Höschen verzichtete ich, irgendwie hatte ich mich daran gewöhnt und ich wusste, dass es Gideon anmachte. Spitzbübisch schlüpfte ich in schwarze knöchelhohe Stiefel und war zufrieden.
Gideon

Lilly ist eine Sucht. Ihre Seele ist so unschuldig und rein, trotzdem sie eine überhebliche Arroganz an den Tag legt, was Gefühle angeht. Sie kämpft nicht für sich. Diese Tatsache ist alles andere als erstrebenswert. Vor allem wenn man hinter ihre Fassade blicken darf. Tut man es, kommt so viel Leidenschaft und Kampfgeist zum Vorschein, wie ich es noch nie erlebt habe. Schon bei dem Gedanken daran, wie sie auf mich reagiert hat, wie sie Wachs in meinen Händen wurde, wie sie nach mehr gierte, macht meinen Schwanz augenblicklich hart. Ihre sanften Rundungen, ihre natürliche Schönheit, kein Vergleich zu den Frauen, die ich bisher traf. Auf der anderen Seite aber macht mir Angst, dass ihre Hülle so zerbrechlich wirkt. Was verbirgst du alles Lilly? Was ist dir alles passiert, dass du niemandem vertrauen magst? Wieso hast du dich aber trotzdem auf dieses Spiel eingelassen? Fragen über Fragen. Ich wähle ihre Nummer. Es klingelt, aber niemand hebt ab. Bei der Vorstellung, dass sie wahrscheinlich gerade durchdreht und nicht weiß, was sie anziehen soll, muss ich grinsen. Gleich bin ich da.

Aurora

Als Gideon vorfährt, bin ich bereits fertig und warte unten. Ich steige direkt in den Wagen und sein Blick sagt mehr als tausend Worte. Er knurrt und seine einfache Präsenz lässt meinen Unterleib vibrieren. Himmel nochmal. Es hilft alles nichts. Ich kann mir einreden, was ich will, dieser Mann hat Macht über mich, große Macht. Seit wir uns das erste Mal begegnet sind und das macht mir Angst. Ich spüre seine Hand auf meinem Oberschenkel, die sich langsam nach oben schiebt. „Wie war dein Tag?“ Gideon versuchte ruhig zu bleiben, als er mir die Frage stellte, aber man sah an seinem angestrengten Gesicht, seiner zuckenden Wange, dass er kurz vorm Platzen war. Mindestens aber genauso nervös wie ich. Das letzte Mal Sex hatten wir vor 3 Tagen und scheiße ja, dass ich kein Höschen angezogen habe, rächt sich genau jetzt. Ich bin so feucht, dass ich drohe, auszulaufen. Gideon weiß das. Ich öffne meine bisher fest zusammengepressten Beine leicht für ihn und er atmet tief. Gideons Blick ist starr auf den Verkehr gerichtet, aber ich weiß, dass er gedanklich bereits dabei ist, mich zu fingern. Wahrscheinlich lotet er gerade die Möglichkeit eines schnellen Quickies im Auto aus. Ich kann ein kichern nicht zurückhalten, und sofort schnellt sein Kopf herum. Sein Blick trifft meinen und in seinen Augen verliere ich mich. Abrupt bremst er, sodass ich leicht nach vorne gezogen werde. Wir sind da. Seine Nasenflügel beben und ich kenne diesen Blick. Hungrig, glühend, fesselnd. „Trägst du ein Höschen?“ Gideons Hand wandert meinen Oberschenkel nach oben und ich halte die Luft an. Kopfschüttelnd öffne ich meine Beine, will, dass er mich anfasst, meine Nässe spürt. Verdammt, wie schafft er das bloß? Seine Finger kommen an die verräterische Stelle und sein Mund verzieht sich zu einem zufriedenen Lächeln. „Das ist mein Mädchen!“ Er zieht einen Finger durch meine feuchte Spalte, scheiße ist das geil! Ich halte seinem Blick stand, er soll sehen, welche Lust er mir macht. „Rutsch nach vorn!“ Gideons Ton ist scharf und bestimmend und das reizt mich weiter. Ich rutsche im Sitz nach vorn und muss gerade an meinen Gynäkologen denken. Diesen Satz höre ich da auch immer. Aber hier ist Gideon. „Schließ deine Augen Kleines!“ Ich folge und schon spüre ich seine Finger in mir. Er spreizt sie, nur um sie dann anzuwinkeln und diese eine Stelle zu treffen. Ich unterdrücke ein Stöhnen. Jeder könnte uns hier sehen. Das Auto hat zwar verdunkelte Scheiben, aber trotzdem. Mein Dad könnte uns sehen! „Du denkst zu viel nach Kleines!“, Gideon reißt mich aus meinen Gedanken. „Entspann dich. Du wirst nicht kommen Kleines!“ Gideons Ton wird rauer und man hört seine eigene Erregung. Dass er mich hier vor dem Haus meiner Eltern fingert macht ihn natürlich geil! Scheißkerl. Ich spüre die Welle, die mich zu überrollen droht, die mich mit in die Tiefe reißen würde. Ich spreize meine Beine noch mehr, scheiß drauf. Doch plötzlich zieht er seine Finger zurück, nur um in gleicher Sekunde etwas in mich zu einzuführen. Ich halte den Atem an. Was zur Hölle?

Gideon

Lilly reißt ihre Augen auf und sie funkeln. Sie funkeln, wie ich es noch nie bei einer Frau erlebt habe. Sie hat Feuer und eine Leidenschaft, derer sie sich noch nicht einmal bewusst ist. Sie ist so nass, dass es mich kaum zurückhalten kann. Mein Schwanz ist hart und die Vorstellung, sie hier und jetzt im Auto zum Höhepunkt zu bringen, ist einfach zu verlockend. Aber ich habe andere Pläne. Lilly soll vergehen vor Verlangen. Sie soll ihren Körper kennenlernen. Regungslos versucht sie, herauszufinden, was ich da gerade in sie gesteckt habe. „Was!“, keucht sie und kann kaum klar denken. Die Kontrolle habe ihr ich genommen, und es gefällt ihr. Das weiß sie nur noch nicht. „Du hast Liebeskugeln in dir!“ Ich warte, doch sie schaut mich nur fragend an. „Also Liebeskugeln sind“, setze ich an. „Verdammt hör auf Gideon. Ich weiß, was Liebeskugeln sind!“ Sie ist wütend und wenn sie wütend ist, strahlt sie noch mehr. „Du wirst diese Liebeskugeln während des Essens tragen. Die. Ganze. Zeit. Hast du mich verstanden?“ Ich sage es schärfer, als ich wollte, aber Lilly lässt sich nicht einschüchtern. Sie denkt nach, wägt ab. Man kann es deutlich hören. Ich ziehe ihr das Kleid zurecht und schließe ihre Beine. Dann steige ich aus und öffne ihr die Tür. Lilly krabbelt etwas unbeholfen aus dem Auto. Es ist süß, wie sie versucht, sich nicht von den Kugeln ablenken zu lassen, aber bei jedem Schritt wird sie an sie erinnert werden. Und es wird sie heiß machen. Sie wird vergehen. Bei ihren Eltern. Hochmütig geht Lilly mir voran. Ihr Arsch wackelt und am liebsten würde ich sie hier und jetzt ficken, aber ich werde mich gedulden und es wird höchst amüsant werden. Ich fasse in meine Hosentasche. Lilly knickt ein. Ein Stöhnen entfährt ihr. „Das ist nicht dein Ernst!“ Jetzt ist sie wütend. Sehr wütend. „Eine Fernbedienung? Ernsthaft Gideon?“ Ich schließe zu ihr auf, ziehe sie fest an mich, dass sie spüren kann, wie erregt ich bin und küsse sie dann, während ich den Knopf erneut drücke. Sofort spannt sie sich an und versucht, die Kontrolle zu behalten. Sie kämpft, aber ein leises Keuchen entfährt ihr dann doch. „Den ganzen Abend Lilly!“ Und noch während ich das sage wird die Haustür geöffnet.

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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7 Antworten zu In Dessous seiner Schwester

  1. natuerlichnackt schreibt:

    Nein, echt jetzt? Die Sachen, die ich von dir gelesen habe, waren hundertmal besser. Kein Mensch braucht einen weiteren 50-Shades-Abklatsch. Ich verstehe auch nicht, warum man unbedingt etwas nacheifern muss, was ohnehin Rotz ist. Man könnte sich als Vorbild ja mal etwas nehmen, was einen weiterbringt, an dem man wächst. Die Geschichte hier war die Zeit nicht wert, die ich für die Hälfte, die ich schaffte, gebraucht habe.

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  2. Christian_who schreibt:

    Also ich liebe diese Geschichte. Ich hoffe sehr sie wird eine Fortsetzung haben. Danke für die wunderbare Erzählung. Und danke Dir Anna das Du Deinen Blog dafür zur Verfügung stellst.

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  3. uhu24 schreibt:

    Also mir gefällt diese Geschichte auch sehr gut.
    Aber: ….an der Stelle kann man doch jetzt nicht aufhören….
    Ich hoffe, es geht bald weiter….

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  4. domino1610 schreibt:

    Mir gefällt dies Geschichte sehr gut. Ich würde mich freuen wenn ich die Möglichkeit hätte mehr von der Autorin lesen zu können.

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  5. Jones schreibt:

    Ich habe sie auch nicht zu Ende gelesen. Allein diese reiche Schnösel, Story, die man oft liest, gefällt mir nicht so.
    Deine Sachen waren aber bisher immer schön. 😉

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  6. 64er schreibt:

    Die Geschichte finde ich ist flott erzählt, abwechslungsreich in ihrer Sprache. Sex zwischen Frau und Mann die sich vor dieser Begegnung nicht gekannt hatten steht als eigentliches Thema im Vordergrund, ich finde die Unterhaltung der beiden Protagonisten spannend, die Fragen die dabei gestellt werden über Beziehung, Leidenschaft, Bindung, Langeweile.
    Als der Rolls Royce auftauchte dachte ich zuerst „muss das jetzt sein?“, ich hab die Geschichte ein zweites Mal gelesen, aus dem Cullinan nen Käfer, Gideon und Aurora als Lars und Anna gedacht und siehe da, die Geschichte hat trotzdem funktioniert.
    Am Ende der Erzählung wird die Fantasie des Lesers „bemüht“, gut so!

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  7. Pingback: Traum über den Wolken – Teil 1 | Annas Welt – Männer, Frauen, Sex und alles andere

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