Von Empathie und Mathematik

Empathie ist das Verständnis für Gefühle.

Und wie andere meine Schwierigkeiten mit zum Beispiel Mathematik nicht verstehen, verstehe ich nicht, wie man Emotionen nicht erkennen kann.

„Musst Du doch kapieren!“, wird mir gesagt.

„Musst Du doch sehen.“, sage ich.

„Ist doch easy.“, sagen sie.

„Liegt doch direkt vor Dir!“, sage ich.

„Warum kapierst Du das nicht?“, sagen sie.

„Warum siehst Du das nicht??“, frage ich.

Verständnis kann man weder erzwingen, noch fälschen.

Es ist da oder nicht.

Und so ist das mit der Empathie. Man hat die Antennen, oder eben nicht.

 

Man kann erklären, aber letztendlich muss es aus jeder/jedem selbst kommen.

Wir wurde erklärt.

Ich habe erklärt.

Ich habe lange zugesehen.

Und so wie ich nie Physik verstehen werde, werden Manche nie meine Gefühlswelt verstehen.

Dann sind wir einfach zu verschieden.

 

Und ich kann Vieles nicht mehr.

Bin müde.

Ich lese und bin traurig.

Und schaue und bin schockiert.

Was hier passiert.

Was in der Welt passiert.

Was in meiner kleinen Welt in den sozialen Medien passiert.

 

Wie sich gerechtfertigt wird.

“Ich sehe das nicht.”, höre ich dann.

 

Wie Argumente gesucht werden.

“Von Dir mag ich ja auch nicht alles.”, sagen sie.

“Zieh mich nicht Euren Beef rein.”, lese ich.

“Ich bin zum Spaß hier.”, lese und schreibe ich.

 

Wie sogar verteidigt wird.

“Der/Die ist doch sonst immer so nett.”, sagen sie dann.

“Meint die/der doch nicht so.”, lese ich dann.

Ist es nicht ironisch, dass die sozialen Medien uns zu Wort- und Gefühls-Konsumenten machen und gleichzeitig empathisch abstumpfen lassen? Uns unsozial werden lassen. Es sind nicht nur “Accounts”. Es sind Menschen. Kein Mensch ist perfekt. Mit niemandem bin IMMER einer Meinung.

Ich bin empathisch. Und habe Verständnis. Aber auch das hat Grenzen.

 

Als Mobbing-Opfer reagiere ich heftig auf Mobbing.

Als unterschwellig Doxxing-Bedrohte möchte ich laut losschreien, wenn ich so etwas lese.

Wenn keifende Hühner ihre hässlichen Fressen zeigen und nach Fackeln und Forken rufen.

Wenn alternde notgeile Kerle ihre Reichweite ausnutzen, um jemandem (ja, weiblichen Jemanden) das Leben zur Hölle zu machen.

 

Ich habe gesehen, was Doxxing anrichtet.

Erfahren, was Mobbing anrichtet.

 

Dies ist mein kleines Refugium. Ich komme her, um Spaß zu haben. Um Spaß zu machen. Um all die Dinge rauszulassen, die ich sonst nicht so rausballern kann.

 

Für Gespräche.

Für Diskussionen.

Interessante Menschen.

Spannende Ansichten.

Tolle Persönlichkeiten.

Für Männer, die interessant sind.

Für Frauen, die so sind wie ich. Oder eben ganz anders.

Und für alles dazwischen. Für all das Gute dazwischen !

 

Und nicht für Mobbing, Hetze, Doxxing und (unterschwelligen) Support davon.

 

Ich werde in den nächsten Tagen ein paar Konsequenzen ziehen.

Nicht, weil ich Manche nicht mag, sondern weil ich mich selbst schützen muss.

Weil ich nicht verstehe, warum Ihr einige Dinge macht.

Verständnis eben. Empathie eben. Mathematik eben.

Es wird mir oft schwer fallen, aber ich kann das so nicht mehr.

 

Anna

 

P.S.: Natürlich wird dieser Eintrag akribisch von Einigen gelesen werden, die ich inzwischen zum Kotzen finde. Diese werden den Beitrag als Heuchelei, Pathos oder Scheinheiligkeit abtun. 
Das ist Euer gutes Recht. Ich lese Euch nicht. Genau genommen habe ich Einige seit knapp einem halben Jahr fast vergessen gehabt. 
Damals fand ich es beispielsweise lustig einer Twitterin, die gerade mit einem der größten Mobber ins (virtuelle) Bett stieg, ihren eigenen Tweet über den nadelnden moralischen Kompass vor die Nase zu ballern. Aber anstatt zu reflektieren, war das natürlich nur “Tweetklau !11elf”. Ich bin nun nicht die hellste Lampe am Baum, aber einer Twitterin, die sich massiv gegen Tweetklau echauffiert, wortwörtlich einen Tweet zu klauen… da sollte eigentlich klar sein, dass da eine andere Intention hinter steckt. 
Nun, sei es drum. 
Ich habe es verstanden. 
Ich bin unter Beobachtung. Werde schön der TL vorgeführt. Bitte. Hau rein. Kannst Du machen. Ich hab ein dickes Fell. Wenn Du jedoch mit Zweit- oder Fünft-Account gegen herzensgute Menschen vorgehst, dann … Verstehst Du schon. 
Ach ja: Für Mimi und Herzlichkeit ! 

 

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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6 Antworten zu Von Empathie und Mathematik

  1. Christian_who schreibt:

    Ich spüre bei Dir und auch bei einigen Anderen die sehr gerne mag so etwas wie eine Twitter Depression. Das finde ich richtig schade und sehr Besorgnis erregend. Ich hoffe Du bleibst mir erhalten. liebe Anna.

    Gefällt 2 Personen

  2. alarinkiritiawontodo schreibt:

    Man muss nicht alles verstehen, aber man darf alles fühlen.
    Zahlen sind nur ein Wert, man kann die Welt nicht mit Mathematik erklären, verbessern oder sonst was.
    Mit Emotionen, Empathie anderen gegenüber erreicht man vielleicht auch andere, berührt sie, ohne anfassen.

    Immer wenn ich lese das da gemobbt und darüber hinaus gegangen wird, frage ich mich was die antreibt.

    Nun, ich wünsche Dir die Kraft und den Mut dem weiterhin entgegen zu treten.

    Vielleicht auch einfach mal ein Schloß an Deinen Account zu hängen.

    Gefällt 1 Person

  3. monsieurquirit schreibt:

    Hi, ich verstehe dich gut, versuche, mich nicht belasten zu lassen. Heute hatte ich einen Angriff auf einen von mir geschätzten Mannes wegen Misogynie kommentiert und einiges abgekriegt. Ich habe versucht zu verstehen und habe längere Zeit diskutiert. Irgendwann wurde es besser. Das kann man nicht immer machen, aber im Grunde kann man mit einigen diskutieren. Das ist Twitter für mich eigentlich. Vor dem Rest versuche ich mich zu schützen und auch Anderen mal mit Argumenten zur Seite zu stehen.
    Wäre schön, wenn du bleibst!

    Gefällt mir

  4. artemislu schreibt:

    Oh man, ich kann dich da voll und ganz verstehen! Es gibt so viele Lebenseinstellungen wie es Menschen auf der Welt gibt!
    Es ist schlicht und ergreifend auch eine Frage der Toleranz. „Jeder“ verlangt das man ihn versteht. Doch wenn man selbst an der Reihe ist zu akzeptieren dann wirds schwieriger. Wenn dann noch lauthals negative Kommentare da lässt, kann es sehr verletzend werden.

    Ich versuche da selber distanzierter dran zu gehen und vieles nicht persönlich zu nehmen. Seit ich an meinem Selbstwertgefühl arbeite, fählt es mir auch leichter über viele Dinge hinwegzuschauen und mein Ding zu machen.
    Ich bin ein sehr kinähstetischer und gefühlvoller Mensch, da Ecke ich auch öfter mit anderen an. Denjenigen die rationaller sind und visueller. Meist verstehen diese nicht was ich Ausdrücken möchte, sie können sehr schwer nachempfinden. Ich im Gegenzug kann nicht ihre klaren Strukturen sehen.

    Manchmal erwische ich mich selber, wie ich Menschen verurteile oder beurteile. Höchst Resilent zu sein ist ein langer Prozess. Zu verstehen, dass wir alle unsere Berechtigung auf Meinung haben, auf unser Leben, unsere Werte und Prinzipien ist meist in der Theorie verständlich doch in der Praxis nicht immer leicht. Dafür ist unser kollektives Denken noch sehr stark im Ego-Prozess.

    Ich wünsche dir ganz strake Nerven und Kraft! Und Menschen/Follower neben dir, die dich nähren und nicht zu sich runterziehen!
    Lass das Mobbing ziehen, halte es nicht fest! Lasse diesen Menschen Ihre Meinung, Liebe die wundervollen Sachen die du tust und bleibe dir selber treu 🙂

    LG

    Die Nackte Frau

    Gefällt mir

  5. 64er schreibt:

    Ich glaube Du hast da etwas ganz Wichtiges angesprochen:
    „Es sind nicht nur “Accounts”. Es sind Menschen.“
    Gerne wird genau das verdrängt wenn gehatet wird, wenn die Mobbing-Maschine losgelassen wird.
    Jeder weiß das. Doch – in sozialen Medien sieht man nur Buchstaben, bestenfalls konsumiert man Bilder oder Videos. Die Reaktionen auf Häßlichkeiten, das Leiden des Gegenüber muss derjenige nicht ertragen der mit Dreck wirft. Deshalb lässt es sich so einfach verdängen, dass da grade ein fühlender Mensch fertig gemacht wird.
    Wir alle müssen lernen wie Emphatie funktioniert, wenn eben nicht alle unsere Sinne die Reaktionen wahrnehmen können.
    Wir alle müssen lernen welches Leid „ein paar Buchstaben“ anrichten.
    Wir alle müssen lernen, wie weh es auch dann tut, wenn da „nur“ schnell mal… (Du weißt schon).
    Unsere Spezies hat es nicht in ihrem Erfahrungsschatz verankert, wie man technisch schriftlich kommuniziert. Die Handschrift lässt uns wenigstens erahnen, in welcher Stimmung geschrieben wurde
    Wir sagen „soziale Medien“ und meinen dabei etwas ganz anderes. Wir sagen „Dialog“ und meinen etwas ganz anderes.
    Ich finde es abscheulich was bei Twitter und Instagramm passiert, ja es widert mich an. So sehr mich die Möglichkeiten dieser beiden Plattformen reizen, ich verweigere mich! Ich will nicht zu einer Community gehören in der (gefühlt) mehr Hass als Toleranz herrscht.
    Deshalb beschränke ich mich aufs Bloggen.

    Gefällt 1 Person

  6. Lucy schreibt:

    Ich hoffe Du bleibst uns erhalten. Ich lese Deine Blogartikel immer sehr gerne voller Vorfreude auf die nächsten Postings.
    LG Lucy

    Gefällt 1 Person

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