Wokeness wird olympisch

Eine Sache gleich vorneweg: Dieser Beitrag wird polarisieren. Ja, Manche sogar regelrecht anpissen. Und es wird aus bestimmten Ecken garantiert eine Empörungswelle kommen. Man wird mich „transfeindlich“ und „rassistisch“ nennen. Das ist mir schon klar. Aber eine offene Gesellschaft muss mit Meinungsfreiheit klarkommen. Ich muss damit klarkommen, dass Ihr anderer Meinung seid. Und Ihr müsst damit klarkommen, dass ich vielleicht anderer Meinung bin. Dass es andere Meinung gibt. Dass Eure und meine Meinung nicht DIE WAHRHEIT sind, sondern eben nur persönlich gefärbte Wahrnehmungen eines großen Ganzen.

Gut, aber zum Thema:

Und ja, mir ist bewusst, dass ich eine anonyme Person im Internet bin, die dieses Medium nutzt, um relativ sorglos ihre Meinung zu sagen. Und das ist nicht gut oder schlecht. Es ist beides. Schlecht, dass ich das Gefühl habe, dass ich bestimmte Dinge nicht sagen darf / kann, ohne persönlich Probleme zu bekommen. Gut, dass ich diese Möglichkeit trotzdem habe.

Wokeness. Gott, ich kann es nicht mehr hören.

Wokeness. Eine Art Erleuchtung für Menschen, die Probleme hochstilisieren, bis die Lösung dieses Problems zum Inhalt sämtlichen Handelns der gesamten Welt werden muss.

Woke wird es, wenn eine an sich gute und gerechte Sache nicht den Drive erhält, der von manchen Personen gewünscht wird. Dann werden alle Register für eine Sache gezogen und sehr oft auch weit übers Ziel hinausgeschossen. Gerechtfertigt wird dies mit Rechten. Rechten, die man hat. Rechten, die man haben sollte. Rechte, die eingefordert werden. Und ganz exemplarisch für die Wokeness: Rechte haben keine Grenzen. Nicht einmal die Rechte Anderer.

Worauf will ich hinaus ? Es gibt gesellschaftliche Bewegungen, die gut und auch überfällig sind. Bewegungen, die Missstände aufzeigen. Die etwas zum Besseren ändern wollen. Aber sich dann im Laufe der Zeit zu etwas entwickeln, dass nicht mehr dem eigentlichen Sinn der Bewegung entsprechen kann. Und anstatt den Zug dann anzuhalten und wieder in die richtige Bahn zu lenken, wird weitergefahren. Und das Tempo massiv erhöht. Und auch mal etwas mitgerissen. Kollateralschäden werden wissentlich in Kauf genommen.

Sexismus

Sexismus ist Scheiße. Ja, da sind wir uns wohl alle einig. Aber was ist Sexismus eigentlich ? Also dieser Sexismus, der ganz „woke“ derzeit von Feministinnen der dritten Welle (oder wars die vierte ?) mit Geifer im Mundwinkel hinausgeschrien wird ? Feminismus, der immer und überall Sexismus gegen Frauen sieht ? Feminismus, der „alte weiße Männer“ und das Patriarchat bekämpft ? Ist Sexismus nicht die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ? Und ist Feminismus nicht die Bewegung, die sich für Gleichberechtigung einsetzt ? Wenn auch mit dem Fokus auf Nachteilabbau für Frauen ?

Ist dieser Feminismus, den wir derzeit sehen, überhaupt Feminismus ?

Nein, dieser aktuelle Feminismus hat sich einen Begriff zu eigen gemacht, der eigentlich für etwas ganz Anderes steht.

Meine Oma sagte mal: „Ich war auch Feministin. Damals in den 60ern, als der Feminismus wirklich etwas erreicht hat.“ Was sie damit sagen will ? Der heutige Feminismus – nennen wir ihn mal Neo-Feminismus – dient nicht dazu, die Ungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau abzubauen. Hier geht es nicht um Gleichberechtigung. Hier geht es um Rache. Um Männerhass. Um 5000 Jahre Patriarchat, dass gesühnt werden muss.

Männer sind per se Scheiße. Männer haben nur Privilegien. Männer haben 5000 Jahre Frauen unterdrückt. Und jetzt ist damit Schluss ! Frauen-Quote hier. Besondere Safe-Zones für Frauen dort.

Aber wo hat der heutige individuelle Mann denn etwas mit den Verfehlungen der Männer der letzten Jahrhunderte zu tun ? Wo kann der heutige Mann denn irgendetwas daran ändern ? Wieso zur Hölle sollte er sich für sein Geschlecht oder die Verfehlungen seiner Geschlechtsgenossen entschuldigen ?

Wieso sollte ein heutiger individueller Mann für die mangelnde gleiche Verteilung von Posten auf Geschäftsführungsebene bestraft werden, dadurch dass seine Bewerbung nicht ziehen kann ?

Feminismus steht für gleiche Chancen. Für Gerechtigkeit. Nicht für Hass und Rache. Der Neo-Feminismus nimmt sich diesen Begriff und pervertiert seine Bedeutung.

Und salonfähiger Männerhass ist dann „woke“ und „empowernd“? Nein. Dieser Männerhass ist schlicht eine Sache: Sexismus gegen Männer. Und !ja! den gibt es. Es gibt genug einzelne Diskriminierungen gegen einzelne Männer aufgrund des Geschlechts, als auch gesellschaftliche. „Strukturell“ würden das wohl Viele nennen.

Sexismus gegen Frauen gibt es. Und er ist Scheiße.

Sexismus gegen Männer gibt es. Und er ist Scheiße.

Einen Teil davon zu negieren ist nicht „woke“, sondern schlicht fern der Realität. Und Scheiße.

Mein Recht, dass ich als Frau so leben kann, wie ich möchte, ist hart erstritten. Das weiß ich. Aber dieses Recht hat Grenzen. Nämlich dann, wenn mein Lebensstil die Rechte Anderer in ihrer Lebensentfaltung stört. Und ja, dazu gehören auch Männer. Ja, ich muss meine Rechte auch eingeschränkt bekommen, weil … Männer. Das ist eben so. Und das bleibt so. Jedenfalls solange ich nicht einen eigenen Planeten bekomme.

Und wisst Ihr was ? Das ist auch gut so. Niemand ist besser als der Andere. Oder die Andere. Niemand hat mehr oder weniger Rechte. Das hat aber nichts mit „Gefühl“ zu tun. Sondern mit Objektivität. Weg von den Anekdoten. Hin zu Tatsachen.

Sexismus-Auswirkungen, wie der Pay-Gap

Im „woken Sexismus“ werden gesellschaftliche Phänomene wie zum Beispiel der Pay-Gap genommen und sofort reflexartig in eine Nische gedrängt: Sexismus gegen Frauen. Wenn man mal nachfragt, ob denn der bereinigte oder unbereinigte Pay-Gap gemeint ist, wird schon gezögert. Dann werden Anekdoten hervorgekramt „Also, bei mir inner Firma isses ja soooo….“. Interessiert nur niemanden. Um mal beim Pay-Gap zu bleiben, mit dem ich von Berufs wegen immer wieder zu tun habe:

Meint Ihr, dass irgendeine gewinnorientierte Firma nicht sofort 100% Frauen einstellen würde, wenn sie an Lohnkosten direkt 30% sparen könnte ?

Meint Ihr nicht, dass bereits 1000 Gerichte schon alle Firmen verurteilt hätten, wenn sie gegen Gleichbehandlung bzw. geltende Gesetze oder Tarifverträge verstoßen würden ? Speziell in den USA, wo McDonalds wegen heißem Kaffee verklagt wird ?

Aber die Mär bleibt. Hält Einzug in Pop-Kultur. Selbst neulich habe ich mit halbem Ohr bei Rick & Morty (der Kerl guckt das halt) gehört, dass „Summer“ dort sagt „Frauen verdienen auf der Erde nur 70Cent von jedem Dollar, den ein Mann verdient“. Wisst Ihr, was das ist ? Propaganda.

Der unbereinigte Pay-Gap ist Unfug. Die Forderung daraus letztendlich eine Art kommunistische Gleichvergütung aller Berufe und Berufszweige unabhängig von Qualifikation, Risiko und persönlichem Einsatz. (Der bereinigte Pay-Gap wird nach meinem Wissen derzeit untersucht und ist wohl nicht schlüssig erklärbar.)

Wie groß ist eigentlich der Pay-Gap zwischen intelligenten und weniger intelligenten Menschen und deren Jobs ? Zwischen Jobs mit Studium und Verantwortung (vielleicht für Menschenleben) und „einfachen“ Tätigkeiten ?

Wieso verdient eine weibliche Ärztin denn soviel mehr als ein männlicher Straßenkehrer ? (Und nein, damit will ich niemanden in diesem Berufszweig beleidigen. Und auch nicht die Intelligenz derer in diesem Beruf beleidigen. )

Diskriminieren wir damit nicht weniger intelligente oder weniger ambitionierte Menschen ? Soll ich jetzt einen „woken“ Mob starten, der Smartismus anprangert ?

(Nein, nicht antworten. Das war eine rhetorische Frage!)

Sexismus-Auswirkungen, wie die Rape-Culture

Man nehme einen Begriff und verwende ihn für alles, was einem nicht passt. Rape bedeutet Vergewaltigung. Und Vergewaltigung ist ein Straftatbestand, der sowohl komplett widerlich ist als auch ziemlich genau strafrechtlich definiert ist.

Wenn jetzt jedwedes Verhalten als „Rape“ definiert wird, was subjektiv als übergriffig empfunden wird, dann wird nicht nur der Begriff verwässert, nein, es relativiert auch die katastrophalen Erfahrungen, die Vergewaltigungsopfer erdulden mussten und müssen.

Zuviel Geschwurbel ? Na gut. Wie komme ich vernünftig an das Thema ran ?

Ich lese vermehrt „das ist Rape-Culture“, „das ist Rape“, oder auch „das war schon ein Mini-Rape“. Ja, ernsthaft! Ein Mini-Rape! Für einen übergriffig empfundenen Blick! Oder für einen geschmacklos empfundenen Witz !

Rape-Culture ist alles, was jede Person …nein, falsch … was jede Frau in diesem Moment als übergriffig empfindet. Das kann ein anzüglicher Blick sein. Ein Hinterherpfeifen. Oder aber ein Griff an den Arsch. Aber auch ein Türaufhalten. Und es kommt natürlich auch darauf an, wer es macht. Der attraktive Fitness-Trainer ist natürlich von „Rape-Culture“ ausgenommen. Aber nicht der Beziehungspartner, der morgens seine Freundin mit Streicheln und eindeutig sexuellen Handlungen weckt.

Ist das alles schwammig ? Total.

Ist das so gewollt ? Absolut.

Alles ist „Rape“, wenn ich das so will. Wenn ich das so definiere. Meine Empfindung ist die Deutungshoheit.

Relativiert das den Begriff „Rape“ ? Ja klar.

Macht das den Begriff nicht schwammig und ein Stück weit unglaubwürdig ? Absolut.

Wenn alles „Rape“ ist, dann ist auch nichts „Rape“.

Bin ich unglaublich „woke“, wenn ich über „Rape-Culture“ schwadroniere, ohne dass ich irgendwie drauf festgenagelt werden kann, was eigentlich gemeint ist ? Und wie !

Wenn ich jedes Verhalten meines (zumeist männlichen) Gegenübers als „Rape“ bezeichnen darf, darf er das dann auch ? Oder ist das nur ein Verhalten, was Frauen zusteht ? Habt Ihr schon mal gesehen, wenn ein halbes Dutzend Frauen mittleren Alters einen attraktiven Mann anmachen ? Zum Beispiel oben genannten Fitness-Trainer ? Wenn das keine Belästigung ist, dann weiß ich es auch nicht.

Manspreading und Mansplaining

Die Schnittmenge zwischen Sexismus und Rape-Culture. Männer haben inhärente Verhaltensmuster entwickelt, die nur zu einem Zweck gut sind: Unterdrückung von Frauen.

Es werden dazu diesmal sogar extra Begriffe erfunden und nicht bestehende Begriffe in das neue Narrativ gepresst.

Der Mann erklärt gerne und viel. Und natürlich schulmeisternd. Und unaufgefordert. Und besonders gegenüber Frauen. Und das ist genau eine Sache: Unfug. Es gibt nicht DEN Mann.

Eine negativ assoziierte Verhaltensweise am Geschlecht festzumachen, ist … na, wer weiß es ? … Genau! Sexismus.

Und sind wir nicht alle erwachsen und können unserem Gegenüber sagen: „Okay. Reicht.“ ?

Gibt es eigentlich auch Womansplaining ? Ja, gibt es. Habe ich mehrfach erlebt. Darf man(n) nur nicht sagen, weil… Sexismus.

Manspreading ist der primitive Trieb des Mannes in der Bahn oder im Zug Dominanzverhalten zu zeigen, indem er breitbeinig sitzt. Und damit unterdrückt er… Frauen. Nicht andere Männer, die er ja mit Dominanzverhalten in die untergeordnete Rolle zwingen will – wie man vielleicht annehmen könnte. Nein. Nur Frauen. Weil die dann keinen Platz mehr haben. Den haben Männer auch nicht, aber das ist jetzt auch mal egal, denn es geht hier ja gegen Männer, ne ?

Um es mal kurz zu machen: Männer haben Hoden. Da sitzt es sich bestimmt anders als ohne. Männer kann man höflich bitten, Platz zu machen. Ebenso wie der Frau, die ihre Tasche auf einem Sitz ablegt, also womanspreadet.

Ihr seht. Das Ganze ist so absolut sinnfrei und hirnrissig, dass der Begriff an sich schon zu peinlichem Schweigen führen sollte. Aber, hey, es ist gegen Männer. Und das ist „woke“.

Rassismus

Ja, auch hier steige ich ein. Mit einem Exkurs am Anfang und der nochmaligen Erinnerung, dass ich Rassismus in jeder Form ablehne.

Rassismus ist Scheiße. Ja, da sind wir uns wohl alle einig.

Rassismus ist – so ganz allgemein – die Diskriminierung aufgrund von vererbbaren genetischen Eigenschaften. Und es gibt scheinbar keine allgemein anerkannte Definition.

Aufgewachsen bin ich mit einer Definition, die ungefähr lauten könnte: Diskriminierung wegen biologischer Eigenschaften. Demnach könnte ich gegenüber Schwarzen, Weißen, Asiaten, Schwarzhaarigen und Blauäugigen in Gänze rassistisch handeln, wenn ich dies auf die biologischen Eigenschaften reduziere. Blonde sind dumm. Schwarze haben große Schwänze. Asiaten sind fleißiger als Weiße. Das wären alles rassistische Äußerungen, richtig ?

Falsch. Denn zum Beispiel Rassismus gegen Weiße gibt es nicht.

Denn Rassismus ist noch an andere Faktoren gekoppelt. Nämlich an strukturelle Unterdrückung. Das bedeutet, dass Diskriminierung einzelner Personen nicht mehr per se Rassismus ist, sondern dass es eines strukturellen gesellschaftlichen Faktors bedarf.

Dies ist zum Beispiel mit Minderheitenverteilung belegbar. So kann es in einem Land, in dem alle „Macht“ von Weißen als Gruppe ausgeht, keinen Rassismus gegen Weiße geben. Nicht mal gegen Einzelne. Erst recht nicht, wenn Weiße die größte Bevölkerungsgruppe stellen. (Was „Macht“ im Falle einer Demokratie bedeutet, ist mir jetzt auch nicht so ganz verständlich, aber es ist halt so.)

Das heißt dann: Rassismus ist die strukturelle Diskriminierung aufgrund von vererbbaren genetischen Eigenschaften gegen Minderheiten einer Bevölkerungsgruppe.

Bleiben die Fragen:

Wonach bemisst sich Minderheit ? Regional ? Landesweit ? Global ? Im Kontinent ? Im Kulturkreis ?

Kann ich als weiße Person in Zentralafrika dann plötzlich doch diskriminiert werden ?

Nein, geht nicht. Denn in bestimmten Ländern / Kulturkreisen habe ich Rassismus aufgrund von bereits erfolgter und fortgesetzter historischer Benachteiligung. Wenn mein Kulturkreis (oder meine Rasse? Ich habe da irgendwie den Faden verloren.) zum Beispiel im Kolonialismus irgendwie in einem anderen Land eine Kolonie hatte, dann kann ich als Individuum dort auch keinen Rassismus erleben.

Das heißt dann: Rassismus ist die strukturelle Diskriminierung aufgrund von vererbbaren genetischen Eigenschaften gegen Minderheiten einer Bevölkerungsgruppe, oder aufgrund von historisch erfolgter und/oder fortgesetzter Diskriminierung.

Puh. Das ist eine lange Definition mit vielen Haken und Ösen. Vielleicht besser die Kurzfassung, auf die es hinausläuft ? Okay. Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße. Schwarze können nicht rassistisch sein. (Frauen können dann ja auch nicht sexistisch sein – wie praktisch.)

Moment. Kann ich als weiße Person in zum Beispiel China dann doch diskriminiert werden ? Keine Ahnung. Bis jetzt konnte mir das niemand beantworten.

Dazu ein kleiner Exkurs (bitte !extrem! ernst nehmen):

Ich bin eine rothaarige Frau. Rote Haare sind die seltenste Haarfarbe. Wir stellen gerade einmal 2% der Weltbevölkerung. Wir sind also eine Minderheit. Und zwar überall auf der Welt. Rote Haare sind vererbbar, also ein biologisches Merkmal. Rothaarige sind seit Beginn der Aufzeichnungen von vor knapp 5000 Jahren in fast allen Kulturkreisen verfolgt und getötet worden. Vom alten Ägypten bis hin zur Hexenverbrennung: Würden Rothaarige nicht spontan wegen einer genetischen Mutation immer mal wieder in Erscheinung treten, dann wären wir längst ausgestorben. Und nein, ich belege das nicht. Bilde Dich gefälligst selbst ! (Hey, diese Form der „Argumentation“ macht sogar Spaß ).

Rothaarigen begegnet man mit Vorurteilen. Wir sind zu impulsiv und launisch. Wir sind nicht gesellig, da wir „draußen“ in der Sonne nicht überleben können. Wir stehlen Sonnecreme, sind extrem heißblütige Geliebte/Liebhaber, stehlen Seelen und sind extrem schmerzunempfindlich. Wir kommen alle irgendwie aus Irland und unsere Haare anzufassen bringt Glück. Wir sind Hexen und können Euch verfluchen. Bis ins letzte Jahrhundert wurden wir in weiten Teilen Europas nicht angestellt, da rote Haare im Geschäftsleben Pech bringen. Vor allem im Gewerbe. Daraus entstanden übrigens eine große Menge „fahrende Leute“ mit roten Haaren. Etwas, was sich noch heute finden lässt.

In der Schule sind „Pumuckl“ und „Feuermelder“ als Namen gesellschaftlich akzeptiert. Die Sendung um Pumuckl selbst ist rassistisch ! Und selbst heute finden sich z.B. in der englischen Sprache der Begriff „Ginger“ für eine (hauptsächlich hässliche) rothaarige Person. In den Medien sind wir erst seit ein paar Jahren vertreten. Meist aber als lustiger Tollpatsch, den man gerne Pumuckl nennen darf. In der Werbung kommen wir meist vor, wenn es um besonders sensible Eigenschaften geht, wie zum Beispiel Hautpflege. Wir sind also trottelige Sensibelchen. Rassistische Scheiße !

Viele von uns sind tatsächlich so weiß, dass uns ein bewölkter Sommertag trotzdem Sonnenbrand verursachen kann. Moment… Waren Pigmente nicht in anderer Argumentation ein „Rassenmerkmal“ ? Ist extrem-weiß eine Form von PoC ? Hmm…

Unsere höhere Schmerzunempfindlichkeit ist wenig erforscht und führte dazu, dass uns in der Vergangenheit immer wieder Medikamente für Nicht-Rothaarige gegeben wurden, bzw. in falscher Dosierung. Moment… War die Entwicklung von Medikamenten speziell für Männer nicht ein Riesenthema für Frauenrechtlerinnen ? Wie sieht es mit dann erst mit fehlender Inklusion von Rothaarigen in diesen Studien aus ? Hmm….

In meiner persönlichen Entwicklung habe ich vermehrt wegen meiner Haarfarbe Mobbing erfahren. Und viele meiner Peinigerinnen haben Jahre später dann auch mal ihre Haare rot gefärbt. Was meint Ihr, was das für ein Gefühl ist ? Wenn eine ehemaliger Peinigerin plötzlich selbst rot trägt ? Dieses „Redhairing“ ist hochgradig rassistisch. Jede nicht-naturrote Person handelt absolut rassistisch !

Und glaubt Ihr, dass ich das alles ernst meine ? Dass ich irgendwem vorschreibe, was diese Person mit den eigenen Haaren anstellt ? Dass ich meine Peinigerinnen für die „Errötung“ gehasst habe ?

Nein.

Weil sich Menschen entwickeln. Und Gesellschaften. Weil verhärtete Fronten nichts bringen. Weil ein „Du darfst nicht mitreden, da weiß/schwarz/linkshändig“ nichts bringt. Erkenntnis kommt immer aus Diskurs.

Natürlich vergleiche ich jetzt Äpfel mit Birnen. Aber das wird ja von anderer Seite ebenfalls gemacht. Unterdrückung von Schwarzen über Jahrhunderte hinweg wird dann auch mal der gesellschaftlichen Unterdrückung von eben-geouteten Trans-Menschen deren Pronomen nicht richtig genutzt wurden, gleichgesetzt. Ich bin in meiner Diskriminierung jetzt nicht auf dem Niveau von Schwarzen in beispielsweise Amerika, aber sicher weiter oben als eine nonbinäre Person, die nicht weiß, ob sie in den Herren- oder Damensalon gehen soll. Ja, das ist überspitzt. Und das würde ich wohl auch so anführen, wenn sich Rassismus und Unterdrückung ebenfalls für einen Wettbewerb halten würde.

Kommen wir mal zu den Begrifflichkeiten zurück. Rasse. Ist das überhaupt haltbar ? Was ist denn zum Beispiel eine PoC ? Gibt es da ein Spektrum ? Wann ist man „schwarz“ ? Und ist ein schwarzer Zentralafrikaner in derselben Rasse wie ein (in der Hautfarbe hellerer) schwarzer Südamerikaner ? Oder Südeuropäer ? Was ist mit Asiaten ? Sind Chinesen, Japaner und Koreaner alle „dieselbe Rasse“ ? Es scheint mir ganz so, als sei „Rasse“ hauptsächlich ein gesellschaftliches Konstrukt. Und nach Definition der „woken“ Szene, kann ich innerhalb dieser gesellschaftlichen Normen ja frei wählen. Wenn schon das biologische Geschlecht (mit ganzen Körperteilen und hormonellen Auswirkungen) als gesellschaftliches Konstrukt abgetan (und damit wählbar gemacht wird), dann ist ein bisschen Pigment doch garantiert auch von dieser Theorie abgedeckt.

Ab jetzt definiere ich mich als asiatische schwarze nonbinäre omnisexuelle genderfluide They/Them – Person mit der Ethniezugehörigkeit „nativ amerikanisch“.

Und Du hast kein Recht das zu kommentieren, zu werten oder zu kritisieren, Du bigotte Drecksau !

Übertreibe ich ? Bestimmt !

Marginalisiere ich damit Diskriminierung von Minderheiten ? Absolut.

Versteht Ihr, was ich damit ausdrücken will ? Nein ? Schade.

Rassismus ist Scheiße. Egal in welcher Form. Und es ist kein Wettbewerb „Ich habe / hatte es aber schwerer als Du !“.

Wir müssen runter von dem „Ich deute alleine, was diskriminiert, weil …“.

„Woke-Sein“ ist bestimmt ein Wettbewerb. Verständnis und Annäherung aber nicht.

Lasst uns das Problem gemeinsam angehen. Übergreifend. Weiß und schwarz. Rot und blond. Es hilft niemandem, wenn wir aufhören miteinander zu reden. Oder wenn Headlines wie „The racist origins of fatphobia“ auftauchen. (Ja, das gibt’s. Ja, das kann man mal nachlesen.)

Und ich leugne garantiert nicht, dass es Rassismus gibt. Kein Stück. Auch nicht, dass es in unserem Kulturkreis viel öfter Schwarze trifft als Weiße. „Minderheiten“ werden gerne für das „wir gegen sie“ oder „die sind ja schuld“ herangezogen. Das ist menschlich. Verachtenswert, aber menschlich. Einer kompletten Ethnie jetzt das Recht abzusprechen eine bestimmte negative Erfahrung ebenfalls erleben zu können, bringt uns aber nicht weiter. „Woke sein“ stört die Entwicklung hin zu einer besseren Gesellschaft. Einer toleranteren Gesellschaft.

Trans-Cancelling und Transfeindlichkeit

Die LGBTQIA+ – Community ist sehr darauf bedacht, dass es keine Diskriminierung von den Minderheiten gibt, die sich inzwischen alle unter diesem Label tummeln. Letztendlich ist jedwede Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Präferenzen komplett Scheiße.

Wokeness führt aber auch hier dazu, dass eine grundsätzlich gute und notwendige Bewegung („keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Präferenz“) komplett aus dem Ruder läuft.

Ich bringe es mal für mich auf den Punkt: Ich möchte keine Transfrau mit baumelnden Penis in der Frauenumkleide. Schon gar nicht, wenn dort junge Mädchen anwesend sind. Oder in der Damentoilette, wenn ich zum Beispiel mein Kind wickele.

Ich sage mal so: Ich behalte es mir vor, jedes Buisiness, dass mit LBTGQIA+ – Konformität wirbt, abzulehnen. Zumindest wenn es um Toiletten oder Umkleiden geht. Punkt.

Bin ich transfeindlich ? Vielleicht. Vielleicht sehe ich auch nur das Problem, dass der „woke“ Mob das System ausnutzbar gemacht hat. Erinnert sich noch jemand an die Transfrau, die zuvor ein biologischer Mann und Vergewaltiger war ? Und die dann in ein Frauengefängnis gesperrt wurde ? Mit funktionstüchtigem Penis ? Nein ? Wisst Ihr nicht mehr ? Hmm…. War bestimmt aber eine tolle Idee für die Inklusion. Und ganz bestimmt sehen das auch die biologischen Frauen in diesem Gefängnis so, denen ein biologisch männlicher Vergewaltiger mit funktionstüchtiger Anatomie in die Zellen gesperrt wurde.

Anderes Thema. Ich bin Mutter und habe mein Kind mit Muttermilch gestillt. Ich habe mir das Recht erarbeitet, dass ich mich Mutter nennen darf. Ich habe unter Schmerzen ein neues Leben in diese Welt gebracht. Ich werde mich eine Mutter nennen. Und das, was mein Kind getrunken hat, Muttermilch. Ihr dürft gerne „Menschenmilch“ und „gebärender Elternteil“ zu Euch sagen. Und ich werde das akzeptieren, ohne mit der Wimper zu zucken. ABER konstruiert keine Transfeindlichkeit, wenn ich über mich anders spreche.

„Woke“ Trans-Menschen argumentieren oft damit, dass das Geschlecht nur gesellschaftliche Konstrukte sind. Und im Bezug auf Rollenbildern für Mann und Frau stimmt das sicher. Kleidchen, rosa, blau, Autos, Puppen, Frauenberufe, Männerberufe. Alles das ist mit Sicherheit im Großen und Ganzen gesellschaftlich geprägt. Nicht aber unsere biologischen Unterschiede. Die sind nicht gesellschaftlich zu erklären. Die „biologische Uhr“ ist nicht gesellschaftlich geprägt. Frauen, die immer Karriere machen wollten und sich immer gegen Kinder ausgesprochen haben, bekommen auf einmal tiefe Sehnsucht nach einem Kind. Weil unsere genetische Programmierung auf unsere Lebenspläne scheißt. Unser biologischer Auftrag ist es, dass wir uns vermehren. Mit Hormonen kann man nicht verhandeln. Das weiß jede Frau, die PMS oder ihre Tage hat.

Und ebenso ist das Kümmern um Nachwuchs uns Frauen biologisch in die Wiege gelegt. Oh, ich höre hier einen Aufschrei. Egal. Lasst mich ausreden. Die Carearbeit von Frauen an Nachwuchs hat einen evolutionären Vorteil für das Überleben des Nachwuchses ergeben. Mehr Kümmern gleich mehr Überlebenschance. Daraus folgt längeres Leben der Kinder, um die sich gekümmert wurde. Und diese Kinder haben dann wegen eines längeren Lebens mehr Kinder bekommen. Und so schlich sich die Carearbeit als evolutionärer Vorteil in unsere Biologie ein. Es gibt kaum eine Frau, die beim Anblick eines süßen Babys keinen „Milcheinschuss“ bekommt. Warum ? Biologie. Es gibt also wirkliche echte biologische Unterschiede, die ich nicht durch „Wahl“ beeinflussen kann.

Soll jetzt jede Person so leben, wie sie will ? Absolut.

Soll jede Person definieren können, was sie ist ? Na klar.

Soll das Ganze ohne Grenzen stattfinden ? Auf keinen Fall. Die Grenzen sind – wie immer – die Rechter Andere.

Und das Ganze geht auch ohne den Vorwurf der Transfeindlichkeit. Denn alles ist transfeindlich. Ich habe jetzt zuletzt gelesen, dass es transfeindlich ist, wenn ein Mann einen weiblichen Penis nicht blasen will. Oder (das stand da zwar nicht explizit, aber es muss im Umkehrschluss auch richtig sein) wenn eine Frau nicht eine männliche Vagina lecken will. Ich habe es gesagt und ich sage es nochmal: Ihr könnt mit der Biologie nicht verhandeln. Ob ich auf Männer oder Frauen stehe (oder auf Schwänze oder Muschis), kann ich nicht beeinflussen. Das sind Vorlieben. Sie werden wohl zu einem Teil gesellschaftlich geprägt sein, aber ob mein Körper mit Erregung reagiert oder nicht, kann ich ihm nicht befehlen. Meine Vorliebe ist meine Vorliebe. Ich bin auch nicht rassistisch, wenn ich keine Blonden mag. Oder Blauäugige. (Zumindest was die sexuelle Erregung angeht.) Diese Form von Umdeutung von Reaktion „weg von persönlich Vorlieben“ hin zu „Diskriminierung“ ist schlicht toxisch. Für uns alle. Vor allem für junge Menschen. „Hey, ich bin eine (Trans-)Frau. Du bist doch lesbisch. Wenn Du meinen Schwanz nicht lutscht, dann bist Du transfeindlich.“

Ist denn nicht jede sexuelle Präferenz frei von Diskriminierung zu behandeln ? Oder gilt das nicht für Heteros ?

Stört denn niemanden dieser offensichtliche Widerspruch ?

Wokeness wird olympisch

Wokeness wird tatsächlich olympisch. Nicht nur in der Art der Wokeness. Immer weiter, stärker, extremer. Nein. Ganz praktisch. Mit der Zulassung einer Trans-Frau bei den olympischen Spielen als Gewichtheberin.

Wie ich das finde ? Scheiße.

Wie ich es finde, dass ganze Nachwuchsriegen von Mädchen in beispielsweise Leichtathletik von Trans-Mädchen rausgedrängt werden ? Beschisssen.

Jaja, ich muss das super, empowernd und zeitgemäß finden. Und großartig in dieser Zeit leben zu können, da Trans-Menschen endlich das sein dürfen, was sie wollen. Finde ich aber nicht. Jedenfalls nicht unbegrenzt.

Meine Rechte enden da, wo die Rechte Anderer anfangen. Mein Recht auf Entfaltung meiner Person endet da, wo ich Andere benachteilige. Im Falle von einem biologischen Mann, der als Frau bei den olympischen Spielen im Gewichtheben antritt, sind die Rechte von biologischen Frauen die eine Grenze, die das Ganze ausbremsen müssen. Männer und Frauen sind biologisch unterschiedlich. Der durchschnittliche Mann ist stärker als die durchschnittliche Frau. In den Bereichen, wo die Leistung olympisch wird, hilft dann jedes Bisschen Vorteil. Und ein extrem austrainierter Mann wird immer stärker sein als eine extrem austrainierte Frau. Das ist Biologie. Das ist Fakt. Und auch wenn diese Trans-Frau nun hormonell im Testosteron auf eine „Frauenbasis“ gesenkt wird, hat diese Person 40 Jahre Muskelaufbau als Mann hinter sich. Diese Person hat einen unfairen Vorteil.

Fragt Euch: Warum haben wir denn Frauen- und Männer-Gewichtheben ? Und nicht einfach nur Gewichtheben ? Na ? Naja, ich denke, Ihr versteht, worauf ich hinauswill.

Niemand würde es akzeptieren, dass ein Mitteklassesprinter bei den Paralympics gegen Rollstuhlfahrer antritt. Weil es unfair wäre. Und den Sinn dieses Wettbewerbs verzerren würde. Aber einen biologischen Mann als Gewichtheber gegen Frauen antreten zu lassen, ist „woke“.

Ich habe keine Lösung für sportlich herausfordernde Aktivitäten von Trans-Menschen, aber die Teststrecke „Frauensport“ gefällt mir kein Stück.

Geben wir dem Ganzen noch zwei Jahre und in keiner Leistungsliste in keinem Sport werden unter den ersten 500 bis 1000 Plätzen noch biologische Frauen auftauchen. Und hier benutze ich dann auch mal einen „woken“ Begriff: „Woman Erasure“.

Wokeness gegen Wokeness.

In der Zeit als ich dies schreibe, hat Olympia 2020 in 2021 geendet und die angesprochene gewichthebende Transfrau ist medaillenlos geblieben. Das ist aber kein Grund, dass man das Konstrukt nicht allgemein hinterfragen sollte. Gerade da ich wieder gelesen habe, dass junge Transfrauen Stipendien originär biologischer Frauen aufgrund von sportlichen Erfolgen bekommen haben.

Fazit

Noch einmal: Das ist meine Meinung. Ihr könnt anderer Meinung sein. Andere Erfahrungen gemacht haben. Alles prima. Hier geht’s aber um meine kleine Sicht.

Wenn jedwede Kommunikation / Interaktion zwischen uns Menschen durch das Prisma der Minorisierung / Rassismus / Sexismus / Diskriminierung gesehen wird, wird uns diese Sicht eher weiter entzweien wird, als tatsächlich Verständnis schaffen wird.

„Woke sein“ ist Begriffsverwässerung. „Woke sein“ ist schwammiges Hin und Her. Ohne greifbare Begriffe / Regeln oder auch nur Definitionen. Alles ist Sexismus, Rassismus und Rape, wenn es denn gegen mich ist. Ich muss mich auch nicht erklären. Mein Empfinden legitimiert alles. Ich muss auch nicht in Diskussionen einsteigen, denn ein „Bilde Dich!“ oder „Das ist rassistisch / sexistisch / transfeindlich.“ reicht, um sämtliche Gegenargumente zu entkräften.

„Wokeness“ liegt die Annahme zugrunde, dass es nur zwei Typen auf der Welt gibt. Täter und Opfer. Und da niemand Täter sein möchte, muss er ja Opfer sein. Marginalisiert. Unterdrückt. Diskriminiert. Also suchen wir uns schnell eine Nische bevor wir Täter werden !

„Wokeness“ widerspricht sich selbst, indem es bestimmte Menschen eines Labels als ganz „normal“ verkaufen möchte, aber dann selbst die Marginalisierungskarte zieht und damit eine ganz andere Botschaft verkündet: Wir sind besonders. Schwul sein ist normal. Lesbisch sein. Pansexuell sein. Polyamorös. Schwarz. Weiß. Mann. Frau. Alles ist normal. Außer wenn es mir gerade hilft (oder mir etwas nicht in den Kram passt), dann, ja dann, dann bin ich besonders. Besonders schützenswert zum Beispiel.

Ich habe jetzt zuletzt die Einrichtung von „Woke Kindergärten“ gesehen. Zunächst nur in den USA. Aber das kann ja nicht lange dauern bis diese Idee hier adaptiert wird.

Ich halte es für extrem problematisch, wenn man jungen Menschen und speziell Kindern ständig und jeder Gelegenheit erzählt, dass bestimmte Personenkreise legitimiert sind, und andere diskriminiert. Dass „weiß sein“ oder „männlich“ problematisch ist, UND dass „schwarz sein“ oder „weiblich“ bedeutet, dass sie automatisch Opfer der Gesellschaft sind und ihr Leben viel problematischer verlaufen wird.

Kinder brauchen Struktur. Kinder brauchen Identifikation. Geht Euren Kindern alle Spielzeuge an die Hand. Lasst sie sich anziehen, wie sie wollen. Aber sprecht Ihnen nicht ihre Geschlechtsidentität ab. Theybies sind nicht trendy oder woke. Mehr als 99% von uns werden mit einer Biologie geboren, die ein biologisches Geschlecht definiert. Es sind Jungen oder Mädchen. Man kann ja die gesellschaftlichen Zwänge eines Geschlechts ablehnen, aber mit der Biologie könnt Ihr nicht verhandeln. Das Mädchen wird irgendwann Brüste entwickeln und menstruieren. Der Junge wird einen Adamapfel entwickeln und Haare am Sack bekommen. Das ist für die Meisten von uns so. So gewesen. Und wird so sein. Jetzt zu sagen „Du kannst das aber wählen“ ist genauso von der Realität abgedeckt wie „Es regnet zwar, aber ich wähle es trocken zu bleiben.“

Akzeptanz ja. Zwang nein.

Die Vorstellung, dass systemische Benachteiligung (Diskriminierung / Rassismus / Sexismus ) die unterliegende Kraft unter jedwedem Handeln der Gesellschaft ist, ist schlicht zerstörerisch. Und wird in den meisten Fällen in selbsterfüllenden Prophezeiungen enden.

Nicht dass ich nicht sehe, dass es Probleme gibt, die es zu lösen gilt. Nein.

Aber!

„Es ist alles Rassismus / Diskriminierung.“ ist schlicht eine falsche Lebensrealität.

Wokeness ist Scheiße !

Wokeness. Eine Überreaktion auf tatsächlich existierende Missstände in so extreme Bereiche, dass das eigentliche Problem in Gekreische und Gekeife untergeht.

Wokeness. Eine Überproblematisierung von Randbereichen des eigentlichen Problems.

Wokeness. Eine Abgrenzung von den „Schläfern“, die alles hinnehmen. Oder auch nur von anderen Meinungen.

Wokeness. Eine Rechtfertigung für die eigene extreme Meinung und Knebelung anderer Meinungen.

Woke Leute sind nicht in der Mehrheit. Sie sind nur lauter.

Woke Leute sind von allem getriggert. Auch von diesem Text. Ich prophezeie den „woken“ Mob als Reaktion auf meine unpopuläre Meinung.

Wokeness. Eine brachiale Schneise in das gesellschaftliche Gefüge, in der andere Ungerechtigkeiten gedeihen.

Wokeness. Ein enges Korsett aus Meinungen und Ansichten, die – in ihrer eigenen letzten Konsequenz – komplett neue Probleme hervorbringt. Aber die – ohne unglaubwürdig zu werden – dann halt einfach geschluckt werden.

Ich habe keine Lösung. Aber so geht’s nicht.

Wokesein legitimiert in seinen ganzen Facetten den Widerspruch im eigenen Narrativ. Wokesein widerspricht sich selbst. Frauen werden von Männern diskriminiert, aber Männer, die sich als Frau fühlen, sind Frauen, und damit nicht zu Sexismus fähig. Cis-Männer definieren sich am Besten als nonbinäre Lesben – hurra! Problem gelöst.

So das wars. Meine Meinung zu dem ganzen „woken“ Mob.

Und zum Abschluss: Ich kann gar nicht transfeindlich sein, denn ich empfinde mich – wann immer das Thema aufkommt – als genderfluide.

Ich kann gar nicht rassistisch sein, denn Rasse ist ein gesellschaftliches Konzept, das ich ablehne. Ebenso wie das Geschlecht. Daher kann ich gar nicht sexistisch sein.

Außerdem habe ich mit schwarzen Männern und Frauen geschlafen. Und damit bin ich liberaler als all die Jennies und Karens da draußen, die zwar extrem „woke“ tun, aber schockiert wären, wenn ihr Sohn mit seinem schwarzen Freund nach Hause kommt.

Bigotterie, Deine Name ist „Wokeness“.

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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5 Antworten zu Wokeness wird olympisch

  1. Christian_who schreibt:

    Uns jetzt stelle Dich bitte zur Kanzlerwahl. Meine Stimme hättest Du sicher.

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  2. keloph schreibt:

    alle menschen sind gleich in ihren rechten, ansprüchen und pflichten. aber die anzahl der idioten und verblendeten ist in jeder gruppe identisch. ich entwerfe seit monaten ein ähnlich gelagertes stück dokument, das gegen staatlich verordnete „unterstützungsmassnahmen“ wettert, weil genau durch sie stigmatisiert wird (beispiel hartzIV empfänger, asylanten etc). und man fällt einfach zufällig oder systematisch in eine der stigmatisierten gruppen, obwohl man weder aktiv noch passiv etwas dafür tun möchte, oder getan hat……einfach genau der gleiche mechanismus, wie du ihn andeutest. jeder ist gleich, aber nicht ein arschloch, sexist oder sonstwas. danke für deine worte, die mir viel aus der seele sprechen.

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  3. 64er schreibt:

    Ich frage mich seit geraumer Zeit was eigentlich passiert ist? Wann ist das alles aus dem Ruder gelaufen?
    Ja, ich gehöre zur absolut priveligierten Gruppe, weißer Mann in „gesetztem“ Alter, nen ordentlichen Job usw.
    Ich erlebe im Moment (gefühlt an jeder zweiten Ecke) die Unterstellung einer irgendwie gelagerten Diskreminierung.
    „Verrückt“ an der ganzen Sache ist, dass sich häufig die „Angehörigen einer Minderheit“ eher gegenseitig angreifen. Da werden Dogmen entwickelt in denen zu denken ist, sonst ist die Person nicht echt in dieser Minderheit. Aha!
    Institutionen werden angegriffen weil Sie angeblich durch und durch diskreminierend sind (Wieso sind an manchen Toilettentüren Personen im Rollstuhl…). Institutionen versuchen hinterher zu hecheln und bemerken nicht wie sie damit viele Menschen verlieren.
    Viele der aktuellen Wortmeldungen zu den ganzen Themen die Du in Deinem Text beschreibst sind mittlerweile so bar jeder Realität, dass es „die“ Leute nicht mehr verstehen. Mit ganz eigenartigen verengten Brillen werden Schnipsel betrachtet und daraus Urteile über Personen, Ihr Wirken und Schaffen gefällt. Spontan denke ich an die Rassimus Vorwürfe gegen Michael Ende aufgrund der Jim Knopf Geschichten und an die selben Vorwürfe gegen Astrid Lindgren aufgrund der Passagen rund um Taka Tuka Land.
    Als alter weißer Mann, der mit diesen Kinderbüchern aufgewachsen ist und daraus gelernt hat, dass es nicht auf Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe ankommt, erschreckt mich die Vorstellung wie aktuell Texte an den Pranger genagelt werden, redigiert und sprachlich glatt geschliffen werden.
    Sprache ist in der ganzen Kulturgeschichte der Menschheit nie verordnet worden. Es hat viele Versuche gegeben, es hat nie funktioniert. Sprache entwickelt sich im Alltäglichen. Diese aktuellen Diskussionen um diskreminierende Sprache, speziell der deutschen Sprache mit ihren drei Genera verstört eher, ja ich gewinne fast den Eindruck, dadurch wird genau das Gegenteil erreicht….
    Ich habe mittlerweile bei diesen vielen „…mus“ Begriffen und Hysterien die Sorge, dass der Blick auf’s Wesentliche verloren geht. Wesentlich ist es, dass wir uns darauf besinnen, dass jeder unser Nächster ist, wesentlich ist, dass wir verinnerlichen unser Nächster hat die gleichen Rechte wie wir selbst, nicht weniger aber auch nicht mehr. Wesentlich ist, dass wir erkennen es geht nur gemeinsam.

    Im Übrigen als ALTER weißer Mann weiß ich, dass auch schon in den 70ern darüber philosophiert wurde….

    Und ganz zum Schluß – versucht Euch mal im Online-Dating, wenn Ihr als Mann nicht wenigsten 170cm in Euer Profil schreiben könnt (ohne zu lügen) 😉

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  4. Björn Potrawke schreibt:

    Danke. Danke für diesen Text. Und danke dafür, dass der Begriff Neofeminismus offenbar nicht nur eine Erfindung meinerseits ist. Es muss endlich mal herausgehoben werden, dass das, was heute abgeht, nicht mehr mit der Grundidee der Gleichberechtigung verwandt ist.

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  5. paulkaufmann schreibt:

    Ja, ich finde es auch komplett scheisse. Diese Wokness sind Gedankengänge lebensfremder Menschen, die zu wenig zu tun haben. Oder heftige Probleme. Oder beides.
    Komplett irre und destruktiv.
    Und rothaarig ist total heiss, finde ich. Es ist die schärfste aller Haarfarben und mir dünkt, ich bin mit dieser Meinung nicht alleine; und genau deshalb wurde sie verfolgt, denn die Dummen hassen, was sie reizt.

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