Masturbation – Neue Wege finden ?!

Ich habe gerade ein Wahnsinns-Wochenende verbracht. Wer hier und auf Twitter mitgelesen hat, weiß, dass ich dieses Wochenende nicht das Bett verlassen habe. Und kaum wieder zu Hause am Sonntag, wollten die schönen Gefühle nicht nachlassen. Meine Libido war dieses Wochenende massiv gefüttert worden und fragte mich, wo denn der Nachschub blieb.

Hinzu kommt, dass eine lange Durststrecke vor mir liegt. Mark ist beruflich am Montag früh morgens los. Und ich bin ab heute morgen (also Mittwoch) ebenfalls ein paar Tage beruflich unterwegs. Heißt: Nächstes Treffen erst am nächsten Sonntag. Und wie ich so mit seinem Hemd und dicken Socken unter einer Decke auf dem Sofa liege (und seinen Geruch einatme), schaue ich Netflix und stöbere dabei durch die Weiten der Social-Media-Kanäle.

 

Da fällt mir der folgende Artikel ins Auge.

https://www.bento.de/gefuehle/vaginaler-orgasmus-jede-frau-kann-ihn-haben-eine-sexologin-verraet-wie-es-geht-a-a3b465c0-e805-46a9-ab66-c7c5a329d944-amp

 

Als bekennende Masturbantin lese ich ja eh gern darüber. Aber das fand ich doch extrem spannend. Frauen (und auch Männer) können sich selbst beibringen quasi überall (sexuell) so empfindsam zu sein, wie es sonst “nur” an den bekannten Stellen (wie Klitoris oder Eichel) möglich ist ?

Ich selbst kann einen vaginalen Orgasmus bekommen. Eigentlich sogar recht gut. Aber die klitoralen Orgasmen sind mir lieber, weil intensiver. Könnte ich das ändern ? So empfindsam drinnen werden, wie ich es draußen bin ?

Da ich eh in passender Grundstimmung war, dachte ich mir:

Zeit für einen Selbstversuch.

Decke weg, Heizung hoch, Fenster zu, Rollläden runter. Ich habe mir die “nuttigsten Dessous” angezogen, die ich besitze. Die bestehen eigentlich nicht aus mehr als kleinen schwarzen Stoffresten, die mit Zahnseide gehalten werden. An den “wichtigen” Stellen fehlt der Stoff. Keine Ahnung, warum ich die anzog. Aber es fühlte sich richtig an. Ich fühle mich sexy, wenn ich schöne Dessous trage und billig, wenn ich diese Dessous trage. Und das war jetzt genau das Richtige. Licht auf “schummrig”. Noch ein Glas Rotwein. Und ich war bereit.

Ja, bereit. Konnte losgehen. Irgendwie fehlte mir noch Stimulanz. Ich könnte ja etwas chatten. Das könnte helfen. Andererseits wollte ich ja gerne die Hände frei haben. Also was lesen ? Hmm… Oder doch nur einen Porno anmachen ? Ich könnte ihn ja laut sehen. Dann würden meine Nachbarn bestimmt denken, dass ich wieder “Besuch” habe. Oder der neue Mieter im Haus könnte ja kommen und sich beschweren und ich würde ihm in Dessous, nass, geil und völlig erhitzt die Tür öffnen. Bei diesem Gedanken ging der Anfang dann fast von selbst. Linker Zeigefinger an die Klitoris, während ich auf dem Laptop meine Favoriten-Liste aufmachte. Dann erinnerte ich mich. Nein, nicht da anfassen.

Ich wählte einen Porno aus, der mich eigentlich immer sehr anmacht. Der weibliche Part ist klein und rothaarig. Bitte keine tiefenpsychologische Analyse. Ich weiß selber, warum ich Filme mit solchen Frauen mag. Ja, damit kann ich mich super identifizieren. Der männliche Part ist ein tief-schwarzer Muskelmann, dessen Schwanz mir (in Wirklichkeit) wohl Angst machen würde.

Film an, Lautstärke hoch. Mit klopfendem Herzen lehnte ich mich zurück und schob mir eine Hand zwischen die Beine. Normalerweise hätte ich ja jetzt meine Klitoris gestreichelt, gezupft oder etwas härter gerieben. Aber ich ignorierte den Wunsch meines Körpers und schob mir einen Finger zwischen die Schamlippen und dann tief in mich. Es war doch nicht ganz so einfach die Stellen in mir zu ignorieren, die – erfahrungsgemäß – viel Freude bereiten. Aber dann hatte ich eine Stelle gefunden. Eine Fingerlänge tief, nach unten in Richtung Wirbelsäule und dann zwei Finger breit nach rechts. Von allen Berührungen vorher, war diese dann am … wie sage ich das am Besten ? … am wenigsten anregend. Eigentlich schon fast langweilig. Wie sich am Arm streicheln.

Lautes Stöhnen drang durch meine Wohnung, als der männliche Darsteller die kleine Rothaarige rannahm. Ich widerstand dem Drang leiser zu machen. Und mich woanders anzufassen, denn das Ganze machte mich … an ? Ganz leise schlich sich die Geilheit an mich heran. Ich hatte gerade noch kurz gedacht: “Jetzt lass den Scheiß und mach das richtig. So wirst Du ja nie kommen und Du bist schon kurz davor.” Und da merkte ich es. Das war ja genau das, was ich wollte. Ich begann zu genießen. Als der Film zu Ende war, lag ich seufzend und stöhnend auf dem Sofa. Ein Finger tief in mir, eine Stelle berührend, die mir (eigentlich) keinen oder wenig Spaß machte.

Gekommen bin davon nicht. Das hatte ich auch nicht erwartet. Aber ich war doch überrascht, dass es doch so gut funktionierte.

Und falls Ihr Euch fragt: Ja, ich habe mich dann auf die “übliche Weise” zum Ende gebracht. Aber das habe ich dann viel später gemacht. Erst musste ich ja verlässliche Daten sammeln. Und das dauert.

Und ja, das mache ich mal wieder. Sexuelle Erlebnisfähigkeit scheint wirklich lernbar zu sein. Überall (?).

Und nein, es hat sich keiner über die Lautstärke beschwert.

Ich werde berichten. Wenn Ihr mögt.

Vielleicht möchte ja jemand auch den Selbstversuch wagen ? Ein Mann vielleicht ? Nur Hoden stimulieren ?

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
Dieser Beitrag wurde unter Annas Welt, Tipps für Frauen, Tipps für Männer abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Masturbation – Neue Wege finden ?!

  1. Pendolino70 schreibt:

    Immer gut, wenn man neue Herausforderungen findet 👍

    Gefällt mir

  2. paulkaufmann schreibt:

    Sehr schön. Da sind die, oder Du, mehr oder weniger auf etwas gestoßen, was im Tantra schon immer Programm war. Da ist ein ganzer Kosmos dieser Sachen, das weiß nur niemand. Viel Spaß damit. und … üben, üben, üben

    Gefällt 1 Person

    • rotesuende schreibt:

      Ich gestehe, dass ich mich nicht mit Tantra befasst habe.
      Aber das kann ich ja nachholen 🙂

      Gefällt mir

      • paulkaufmann schreibt:

        Ja, wann hast Du denn Zeit? Kleiner Scherz. Mit Tantra und Sex ist das ungefähr so wenn du es entdeckst: du betrittst einen riesengroßen Saal, kannst gar nicht alles sehen, weil du geblendet bist und fragst dich warum du dich bis dahin, verdammt nochmal, nur in den kahlen Hinterzimmern herumgetrieben hast. Es ist wirklich so.
        Es gibt allerdings zwei Probleme beim Tantra: Tantra ist nicht einfach ne Sexpraktik die du mal so eben erlernen kannst und dann ist gut und zweitens hat man bei 98 Prozent derer die mit Tantra zu tun haben das Gefühl, dass sie definitiv zu lange, zu nah an den Räucherstäbchen gesessen haben, wenn du verstehst. Und Tantra ist das dann doch nicht. Kurzum: Das kann kein Schwein. Auch Tantramassagen – total hip – streift echtes Tantra nur ganz am Rand. Das ist nett aber… Aber das führt jetzt wirklich etwas zu weit. Wenn du mehr wissen willst schreib mir ne PN, wenn das hier geht überhaupt. Das ist für hier viel zu viel. Schicken Tag Dir.

        Gefällt 2 Personen

  3. keloph schreibt:

    es gibt wirklich überraschende stellen, dafür braucht man experimentierlust.

    Gefällt 1 Person

  4. amandalears schreibt:

    Meiner Erfahrung nach ist das mit der Empfindsamkeit so, dass sie sich tatsächlich lernen und auch steigern lässt. Das was mir früher Lust machte hat sich um ein Vielfaches erweitert. Sehr interessant das Ganze.

    Gefällt 1 Person

  5. mrfreeze01 schreibt:

    Ähm „nur die Hoden berühren“? Davon steht aber nichts in dem Artikel!

    Gefällt mir

  6. waldstern schreibt:

    Gut, dass du dieses Thema anhand dieses Artikels aufgreifst und ansprichst. Ich denke, dass viele weibliche und aber auch männliche Orgasmusprobleme durch eine zu häufige Onnaniererei verursacht sind.

    Die Frau weiß bzw. ihr Körper hat sich daran gewöhnt, mit welcher Bewegung, nicht zu fest und nicht zu weich, sie zum Orgasmus kommt. Alles andere funktioniert irgendwann nicht mehr. Warum? Ursache ist ihr Körpergedächtnis. Der Körper hat sich daran gewöhnt und weiß, was wann kommt.

    Ich kenne Frauen, die kommen nur, wenn sie gleichzeitig ihre Oberschenkel regelrecht krampfhaft anspannen. Andere wiederum kommen nur in Bauchlage usw.. Die Beispiele lassen sich wahrscheinlich ziemlich verlängern. Freundinnen erzählten mir von ihren Vorgängern, dass diese nur kamen, wenn eine bestimmte Stimulation an den Brustwarzen oder an den Hoden erfolgte oder er seine Füße dabei ganz lang ausstreckte usw. und so fort.

    Klar, es wird überall propagiert, Masturbation sei notwendig, damit der Mensch seinen Körper entdeckt. Jedoch das Thema Körperbewusstsein bzw. Körpergedächtnis ist für mich eher ein Aspekt, der für die Keuschheit spricht. Keuschheit, damit der Körper eben gar nicht erst lernt, wann er wie funktioniert und der Weg für gemeinsame Entdeckungen nicht durch eingelaufene Wege und Straßen begrenzt ist.

    Gefällt mir

  7. Pingback: Masturbation – Neue Wege finden ?! — Annas Welt der Männer – ludersindmirwillkommen

  8. amandalears schreibt:

    Mal was anderes. Das Bild über dem Text: darf ich dir sagen dass ich das extrem heiß finde? Ist es nämlich.
    Grüß dich lieb zur Abendstunde.

    Gefällt 1 Person

  9. ZarPeter schreibt:

    Deine Artikel sind immer spannend zu lesen und sehr anregend! Ich kommentiere jetzt zum ersten Mal, aber vielleicht wird es ja Gewohnheit.
    Nun zum Thema: Hatte gestern auch ein Erlebnis der besonderen Art! Meine Hoden wurden massiert wie noch nie zuvor und es hat mich mehr angeregt wie ich es mir vorstellen konnte! Es war intensiv aber doch eben nicht das „übliche“ was einen „geil“ macht. Einfach anders und schön!
    An dem was du schreibst ist auf jeden Fall was dran! Mehr davon! Ich bin sicher du hast noch viele spannende und gute Sachen zu erzählen. Und von dir zu zeigen? 😛

    Gefällt 1 Person

  10. bibipoulsen schreibt:

    Hallo Anna,

    ich habe mich vor einigen Jahren auch mal ziemlich intensiv mit meinen Orgasmen auseinandergesetzt. Also auf einer eher manuellen statt intellektuellen Ebene 😉

    Ich habe irgendwann bemerkt, dass ich meine Orgasmusfähigkeit durchaus trainieren kann. Hatte damit zwar nie größere Probleme, aber ich wollte einfach herausfinden, ob trotzdem noch Luft nach oben ist.

    Und siehe da: Es ist!
    Habe vieles ausprobiert, um die Qualität aber auch die Quantität meiner kleinen Tode zu verbessern. Vieles war nicht erfolgreich, einige Dinge haben aber umso besser funktioniert.

    Bei mir waren das:
    – Regelmäßiges Beckenbodentraining mit Pilatesübungen
    – Tragen eines Yoni Eis (mittlerweile sogar mehrere)
    – Intensive Atemübungen (tantrisches Atmen und Edging)
    – Mehr Abwechslung bei der Stimulation (sowohl bei Handarbeit als auch mit diversen Toys)

    Ich habe meine Erkenntnisse diesbezüglich vor einiger Zeit in einem Blogbeitrag zum Thema „Intensivere Orgasmen“ zusammengefasst. Ist recht umfänglich, daher hier einfach der Link für alle, die mehr darüber Erfahren möchten: https://sinnliches.blog/sinnliche-tipps-anregungen/intensivere-orgasmen-tipps-frauen/

    Generell finde ich deinen Ansatz, sich mehr Zeit zu lassen und ein wenig über Umwege zum Ziel zu kommen, sehr gut! Wir leben ja sowieso schon in einer extremen Leistungsgesellschaft. Daher sollten wir uns zumindest etwas Zeit nehmen, wenn wir zwischen den Kissen liegen. Und manchmal kann ein Umweg sogar noch schöner zum Ziel führen!

    Ganz liebe Grüße!
    Die Bibi

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s