Der nicht-weltbewegende Tod eines alten, weißen Mannes

Hierfür muss ich weiter ausholen. Denn das Statement oben war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Als ich anfing zu bloggen und auch versuchte mehr Reichweite durch Twitter zu erreichen, machte ich den Fehler mein DM-Fach offen zu lassen.

Neben den „üblichen“ Anmachen und Penis-Bildchen verirrte sich auch immer mal wieder eine „Dame(?)“ in mein Postfach, die mir unhöflich und bestimmt ihre Meinung geigte.

Ich las Dinge wie:

-Hure des Patriarchats

-bist bestimmt ein alter, weißer Mann

-Teil des Problems, da Du mit Männern schläfst

Ich gebe hier keine Namen preis, da ich den besagten „Damen(?)“ keine Bühne für ihren geistigen Dünnschiss bieten möchte. Wer Zeit und Energie hat, wird diese Personen auch so finden – zumindest auf Twitter. (Copy/Paste/Suche reicht da bestimmt).

Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch ein Statement. Ein einziges. Und auf einmal konnte ich nicht anders. Es ging um den Tod eines alten, weißen Mannes. Eines Mannes, den ich geschätzt habe. Nach einem (für mich) eher harmlosen Kommentars offenbarte sich dann der Sumpf, den ich vorher nicht gesehen hatte. Selbst ein simpler Spaß wie eine Kritzelei von „Einhörnern beim Gangbang“ musste akribisch seziert und kritisiert werden.

Kommen wir mal zum Wesentlichen:

Ich bin Teil des Problems. Ich sehe Sexismus. Gegen Frauen UND gegen Männer. Wenn jemand sagt „Men are trash“ oder „es ist nicht schade, wenn alle alten weißen Männer sterben“, dann werde ich kribbelig. Genauso kribbelig werde ich auch, wenn Frauen systematisch diskriminiert werden.

Und ich sehe Rassismus. Gegen „schwarz“ und gegen „weiß“.

Ich hasse das. Ich hasse Etiketten !

 

Das Leben von weißen Männern ist also nichts wert ? Das sehe ich ganz anders !

Jeder Mensch, nein, jedes Leben ist wertvoll.

Mein Vater ist ein „alter, weißer Mann“. Und er ist der liebenswürdigste Mensch und der beste Papa, den ich mir vorstellen kann. Jeder Mensch hat Freunde, Familie, Eltern, Kinder. Und zumindest für die ist er wertvoll.

Da kann jede radikale Feministin der Welt jetzt aufschreien. Das ist mir egal. Und die „Herren-Mitläufer“ können sich bei den Rad-Fems anbiedern solange sie wollen. Auch Ihr seid „trash“ in ihren Augen.

Würden diese „Damen(?)“ auch Statements andersherum abgeben ? Wenn irgendwo eine schwarze Frau stirbt, würdet sie dann schreiben: „Tod einer alten schwarzen Frau. Weltbewegend…“ Nein ?

Seht Ihr? Das ist Rassismus. Und Sexismus. Diskriminiert durch Hautfarbe und Geschlecht.

Ich könnte noch soviel schreiben. Soviele Beispiele geben.

-„Damen(?)“, die ja angeblich auch für meine Selbstbestimmung kämpfen, verbieten(!) mir mich sexuell so auszuleben, wie ich es möchte. Wäre ja alles okay, wenn ich denn nur Frauen ficken würde.

-“Damen(?)“, die einen Mit-Twitterer (männlich) die Verantwortung für alle Männer der Welt übertragen wollten.

-“Damen(?)“, die mein Geschlecht anzweifelten und mir „männliche Denkmuster“ diagnostizierten.

-„Damen(?)“, die mich melden und löschen lassen wollten, weil … ja, weil ich nicht ihrer Denkweise entsprach

Radikalismus ist Scheiße ! In jeder Form. Ich muss nicht gerettet werden. Ich muss nicht „bekehrt“ werden. Ich bin gut so, wie ich bin.

Es ist nicht alles gut auf der Welt.

Es ist nicht alles gut in Deutschland. Aber es ist besser als in weiten Teilen der Welt. Für Frauen. Für Männer. Und alles dazwischen.

Und dies ist meine Welt. Mein kleiner Teil des Ganzen. Und für Radikalismus ist hier kein Platz !

Über rotesuende

Mein Name ist Anna. Ich bin Anfang 30 und lebe ich in einer deutschen Großstadt. Ich bin 1,60 m klein und habe feuerrote Haare, grüne Augen und jeden Menge Sommersprossen.
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24 Antworten zu Der nicht-weltbewegende Tod eines alten, weißen Mannes

  1. Phobos schreibt:

    Dem ist absolut nichts hinzuzufügen. Danke für deine Sichtweise, die ich zu 100% teile.

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  2. transomat schreibt:

    Du hast so Recht Anna

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  3. nellsgeschichte schreibt:

    Danke für diesen Beitrag. Du sprichst sicherlich nicht nur mir aus der Seele.
    Mach bitte weiter so. 💜

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  4. waldstern schreibt:

    Danke für deine Worte.

    Ich denke, die Rad-Fems haben auch viel Elend über die Frauen gebracht. Sie waren deren Entwicklung nicht förderlich. Dafür besetzten Sie nun aber irgendwelche Gender Studies Professuren an den Universitäten (übrigens soll es keinen einzigen männlichen Lehrstuhlinhaber in Europa geben) und verdienen mit Themen, die niemand braucht, ordentlich Geld. Meines Erachtens zementieren sie die Frau in eine gewünschte Rolle, die der Frau nicht unbedingt gut tut.

    Am besten einfach ignorieren, dann erledigen sie sich vielleicht wegen Bedeutungslosigkeit.

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  5. Max Cainam schreibt:

    Chapeau!

    Du bringst es auf den Punkt. Es gibt keinen Unterschied zwischen Ausländer jagenden Nazis, Autos anzündenen Autonomen, Kriege provozierenden Politikern, religiösen Fanatikern und Männerhassenden Ultrafeministinnen. Der Punkt ist, Hass bleibt Hass. Ich dulde keine Hass in meinem Umfeld. Meinen Kindern sage ich dazu, wenn jemand so auf Euch zukommt, dann weil er mit sich selbst nicht klar kommt, eigene Unzulänglichkeiten durch Geschrei verdecken und sich am am Leid anderer befriedigen will.
    Es haben in der Welt, die ich in der Zukunft sehe, diese Subjekte nichts mehr verloren, und ich bin sehr froh und glücklich darüber, Menschen, wie Dich Anna, kennengelernt zu haben, die meine Hoffnung nähren, dass es eine Zukunft für die Menschen noch gibt und wir nicht in einer Apokalypse biblischen Ausmaßes untergehen werden.
    Lass Dir die Hoffnung nicht nehmen, nicht Deine Liebe und nicht Deinen Optimismus. Wir, die wir unser Hirn nicht nur zum rumtragen haben, wir werden immer mehr, vergiss das nicht und scheiße auf diese Dummschwätzer!

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  6. paulkaufmann schreibt:

    Feminismus ist der Kehrwert des Patriarchats. Es ist genau das Gleiche, nur anders herum. Feministinnen sind Revolutionäre und wie alle Revolutionäre werden sie zwar hier und da gebraucht, aber zum Herrschen eignen sie sich nicht, ihr Ego ist zu groß und zu wütend. Blind schlagen sie alles kaputt und eben auch ihre Väter, die in der Regel alte weiße Väter sind.
    Sehr schöne artikel. Ich teile den mal.

    Gefällt 2 Personen

  7. Pingback: Der nicht-weltbewegende Tod eines alten, weißen Mannes — Annas Welt der Männer – ludersindmirwillkommen

  8. paulkaufmann schreibt:

    Bye the way: wäre das nicht ein Thema für deine Blog-Zukunft? So das Kreuz mit dem Feminismus. Nur so als Idee, weil es triggert Dich und andere und sexuell ist es auf Wunsch auch. LG

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  9. 64er schreibt:

    Ich bin als junger Kerl mal in einen Frauenbuchladen in ner Unistadt am Neckar. Meine Freundin hatte mich gebeten ein von ihr bestelltes Buch dort abzuholen.
    Die Tür war noch nicht wieder zu, hatte ich nen dicken Schinken am Kopf und wurde übelst beschimpft. Warum?
    Weil ich als Mann geboren wurde. Nicht eine der Furien kannte mich.
    Ich hab zwar nicht die Überzeugung verloren, dass Frauen und Menschen gleiche Recht haben, will seit dem jemand mit mir über Feminismus reden, bin ich raus. Ich glaube nicht an Quoten,Quoren oder andere Qu’s. Ich glaube an das Potential von Menschen.
    Das Buch wurde übrigens nie abgeholt, dafür hat meine Freundin ein paar Auslagen umgekippt.

    Gefällt 2 Personen

  10. Ein schöner Beitrag. Es hat mir richtig das Herz erwärmt. Jetzt hoffe ich, dass du nicht allzu viel Shitstorm Prügel dafür bekommst.

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  11. de zwarte kat schreibt:

    Hallo Anna,
    ich halte diese selbsternannte „Feministin“ einfach nur für dumm – mehr ist sie unterm Strich nicht, (vermutlich sagt sie auch konsequent Petrasilie).
    Ich bin in der praktischen Situation, dass hier im Haus eine Feministin wohnt, mit der ich zum grossen Thema Feminismus schon die eine oder andere Diskussion hatte. Will sagen, dadurch sehe ich manches auch mal durch die „lila Brille“ , wo sonst bei mir höchstens die Haargummis lila sind.
    Die Hauptthemen des Feminismus sind, im Wesentlichen, die Herstellung der (gesetzlichen) Gleichheit zwischen Frau und Mann, Gewalt gegen Frauen; sexuelle Selbstbestimmung, Sexismus und noch ein paar weitere (ausser Einhörner) .
    An dem Punkt muss ich dann auch Paul widersprechen: nicht jede Feministin will ein Matriachat, einige ja, und ein paar sogar eine matriachale Diktatur (das ist so wie die „Diktatur des Proletariats“ zu Sowjetzeiten – und genauso hirnlos). Die bei Einigen beliebte Sichtweise „Wenn Frauen die Welt regieren würden, gäbe es keine Kriege mehr“ hat Maggie Thatcher schon mit dem Falklandkrieg 1982 widerlegt.
    Dass es bei Themen wie Sexismus, Gewalt gegen Frauen oder der Gleichbehandlung von Mann und Frau noch Defizite gibt, dürfte ausser Frage stehen, sei es auch nurl die zur Zeit mal wieder diskutierte Ungleichbezahlung bei gleicher Arbeit.
    Stattdessen wirft diese „Feministin“ dir deine (gelebte) sexuelle Selbstbestimmung vor, was sich wie der reine Hohn liest. Ach ja, für Einhörner ist sie auch noch zuständig…
    Alles in allem scheint mir da eine am Werk zu sein, die ihre persönlichen Defizite und Unzulänlichkeiten unter dem Mäntelchen des Feminismus in die Welt hinausposaunt und ihre Minderwertigkeitskomplexe durch grösstmögliche Radikalität zu kompensieren versucht.
    Was nun? Stanislaw Lec bemühen: „Manche Narrenschellen schellen falsch“ – und genau das ist sie: falsch.

    Gefällt 2 Personen

    • rotesuende schreibt:

      Ich habe nichts gegen gesunden Feminismus. Rein beruflich sehe ich da viel, wo mir oft die Kotze hochkommt und ich am Liebsten schreien möchte. Das sind die Momente, so ich Feministin bin.
      Aber genauso oft verdrehe ich bei überzogenen Aussagen die Augen. Diese radikalen Zicken tun der Sache nicht gut. Im Gegenteil: Die sind (meiner Meinung nach) der Grund, dass inzwischen viel zu oft Feminismus mit Männerhass gleichgesetzt wird.
      Und dass diese oben genannten speziellen Exemplare nicht mehr alle Latten am Zaun haben, ist wohl offensichtlich. Trotzdem sprangen in ein paar Fällen dann doch so 5 oder 6 andere mit in die Argumentation ein. Und das meinte ich mit „Sumpf“.
      Liebe Kat. Danke für Deine Antwort. Ich lese Dich sehr gerne hier.

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  12. Pingback: Hast Du ein Beispiel, wie man einen weißen Mann diskriminieren können soll? | Annas Welt – Männer, Frauen, Sex und alles andere

  13. Dschampa schreibt:

    Freundliche Worte über alte weiße Männer. Das berührt mich. Brutale Zeiten.

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